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Bring! Oder die stylische Einkaufs-App

Als ich vor ein paar Wochen auf Familienbesuch in Zürich weilte, hatte ich das Glück, in der Bürogemeinschaft meiner Fotografen-Schwester die Macher der Einkaufs-App Bring! kennen zu lernen. Und abgesehen von einigen PR-Tipps, die ich ihnen für den deutschen Markt mitgeben konnte, musste ich mir die App von Publisheria natürlich auch selbst genauer ansehen.

Also: Das Einkaufen einfacher machen will diese App, die es bislang nur für das iPhone gibt. Dann testen wir mal. Im App-Store ist sie einfach zu finden. 2 Schweizer Franken bzw. 1,79 Euro ärmer habe ich die App herunter geladen. „Vergiss den alten Einkaufszettel, hol dir Bring!“ wirbt das Zürcher StartUp auf der Webseite zur App. Ist es wirklich so einfach?

Stylisch und visuell

Bring! App von Publisheria aus Zürich als Einkaufsliste

Bring! App als stylische Liste für das gemeinsame Einkaufen

Die App ist visuell wunderschön gestaltet. Statt auf Texte tippe ich auf Bilder Icons als Warensymbole für Lebensmittel. Einzukaufende Artikel sind rot, erledigte grün unterlegt. Mit einem längeren Klick bestimme ich die Mengenangabe oder füge dem jeweiligen ausgewählten Icon eine individuelle Beschreibung hinzu, wie mein beigefügter Einkaufszettel zeigt. Auch fehlende Produkte – wie hier Paul Bowles, zu dem ich gerade ein Buch suche – lassen sich sofort anlegen. Übersichtlich habe ich so meinen Einkaufszettel stets im Blick – und kann das Erledigte danach wieder abhaken.

Praktisch ist auch die Funktion „zuletzt verwendet“. Noch besser wäre eine Funktion „meine Lieblingsprodukte“, um einen schnellen Zugriff auf seine häufigsten Produkte zu erhalten. Und Achtung: Die Oberfläche ist sehr sensibel. Wer unvorsichtig auf ein gemerktes Produkt klickt, hat es sofort von seiner Einkaufsliste wieder gelöscht.

Gemeinsam Einkäufe regeln
Ihre wirkliche Stärke spielt die stylische App in Kombination mit anderen App-Nutzern aus. Freunde, Firmenpartner, Familienangehörige lassen sich zu einer Liste einladen, um beim großen Wochenendeinkauf nichts zu vergessen. Sofort werden die Produkte auf der Einkaufsliste zwischen den iPhones synchronisiert. Jederzeit kann jeder ein neues Produkt auf die Einkaufsliste packen bzw. nach einem Kauf wieder löschen, sodass jeder über den aktuellen Stand des Einkaufszettels informiert ist. Außerdem können die Listen-Teilnehmer mit kurzen Texten miteinander kommunizieren, auch wenn diese Texte – leider – vorgegeben sind.

Bislang ist die Resonanz positiv: Laut Marco Cerqui, einem der beiden Macher von Publisheria, wurde die Schweizer App bislang 55.000 Mal heruntergeladen. 35 bis 40 Prozent kaufen mit der App auch pro Woche ein, was einer durchaus regen Nutzung entspricht. Ebenfalls positiv ist die Resonanz im App-Store mit 4 bis 5 Sternen. Während das StartUp auf seinem Heimatmarkt Schweiz eine hohe Resonanz in den klassischen Medien erreicht hat, haben bei uns bislang nur Medien wie Fokus auf StartUps wie netzwertig, Gründerszene oder t3n und Chip berichtet.

Bald auch für Android-Nutzer
Der größte Haken bislang: Die App ist nur für iPhone-Besitzer verfügbar. Das heißt, Listen lassen sich weder mit der wachsenden Android-Gemeinde noch mit Windows Phone-Nutzern (gibt es die überhaupt?) teilen. Hier werden die Entwickler jedoch bald nachziehen. So soll bereits Ende Oktober eine erste Android-Betaversion kommen, die finale dann bis Ende des Jahres. Im nächsten Jahr soll es – nach den Sprachen deutsch, österreichisch und schweizerdeutsch – nicht lachen: Schon mal nachgedacht, was jede Sprache mit dem Begriff „Rahm“ verbindet? – vor allem um die weitere Internationalisierung der App gehen.

Mein Fazit
Als visueller Mensch gefällt mir persönlich die Bring! App wirklich super – auch im Vergleich zu anderen puren Einkaufs-Apps, die ich in der Vergangenheit getestet habe. Jetzt muss ich nur noch meine Nächsten überzeugen, sich selbst ein iPhone zu leisten. Denn ansonsten bringt auch die schönste App nichts.

Ach ja: Ein – romantisches, naja – Video zum gemeinsamen Einkauf per App gibt es natürlich auch:

Bring! Einkaufsliste App für iPhone from Bring! on Vimeo.

Über das Ende von Clipboard und ein Misstrauen in StartUps

Vor ein paar Tagen erhielt ich die Nachricht, dass Clipboard seinen Dienst einstellt bzw. von salesforce.com übernommen wird. Nicht dass ich diesen Service in der Vergangenheit stark genutzt hätte. Auch derzeit benutze ich dieses Sammeln von Ausschnitten eher selten, und wenn ja, dann eher per Evernote oder keeeb. Trotzdem macht mich die Nachricht nachdenklich. Denn wieder einmal hat ein aufstrebendes und hochgelobtes StartUp nicht überlebt. Diese Tatsache ist schade – gerade aus Nutzersicht.

Blicken wir zurück: Picnik, Sparrow, Tweetdeck, Gowalla, Formspring (?), natürlich Posterous, geschweige von den deutschen Netzwerken: Allen erging dasselbe Schicksal. Und dies sind nur wenige Namen auf einer fast täglich länger werdenden Liste. Alle schossen mehr oder weniger hoch, wurden beschrieben und genutzt und geliebt und gelobt – und schlossen Monate oder ein paar Jährchen später mal laut mal fast geräuschlos wieder ihre Pforten. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Geschäftsmodell nicht funktioniert hatte, die Macher sich auf neue Aufgaben stürzen wollten oder der Service von Google und Konsorten aufgekauft, das Team integriert und der Dienst später meist gelöscht wurde: In jedem Fall waren sie für ihre Macher und uns User verloren und nicht mehr nutzbar. Schluss, fertig, traurig.

Vertrauen wir noch kleineren Diensten?
Gerade dies führt mich zu einer ernsthaften Frage, die ich mir immer häufiger stelle: Wieviel Vertrauen kann man noch im kleinere Dienste und StartUp-Ideen haben? Wieviel Zeit sollte man selbst – außer man sucht reinen (kurzfristigen) Spass und Zeitvertrieb – investieren, um Bookmarks oder Ausschnitte zu sammeln, Twitterlisten und Bildergalerien aufzubauen oder Blogposts über neue, noch so einfach zu bedienende Systeme zu schrieben? Gilt nicht bei vielen irgendwann: Service zu Ende, Arbeit umsonst?

Angesichts eines knappen Zeitbudgets habe ich immer weniger Lust, meine Anstrengungen auf neue Pferde zu setzen, die super galoppieren. Denn heute wiehern sie noch glücklich. Nur was passiert mit mir als Reiter, wenn die Pferde erst lahmen, auf dem Pferdefriedhof landen oder gar sich einer anderen Herde anschließen, die weniger aus Pferden denn aus Eseln und Kamelen besteht?

Wie gesagt: Meine Lust des Testens hat abgenommen. Und mein Vertrauen in plötzlich aufkommende neue Heilsbringer auch. Irgendwie schade. Überlassen wir das Feld damit selbst ausschließlich den Großen Google, Facebook und Co.? Eigentlich will ich das ebenfalls überhaupt nicht. Also wie macht man es dann richtig? Hat jemand einen Tipp, wie er damit umgeht?

Freitägliche Gedankenspiele zu Online Relations vom 04. Mai 2012

Es ist Freitag, der Branchentreff re:publica ist fast vorbei, und das Wochenende steht vor der Tür. Dazu habe ich wieder ein paar Lesetipps zusammengestellt, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind und ein Happy Weekend etwas verschönern sollen.

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Kuratoren als Content-Filter
Sie wählen Inhalte aus und stellen sie zusammen – für ihre eigene Community und bezogen auf deren Interessen. Doch was zeichnet Kuratoren aus? In einem wichtigen Post hat sich Ed Wohlfahrt dazu seine Gedanken gemacht: „Es ist diese persönliche Färbung, die eine reine Ansammlung von Tweets, Bildern, Texten und Videos erst zu einem Gesamtkunstwerk macht. Und – ganz wichtig: „Kuratieren setzt voraus, dass man nicht immer nur von sich selbst redet.“

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ZDF im Glück (fast)
Der Relaunch der ZDF-Webseite stieß in der Branche mehrheitlich auf große Zustimmung und sogar viel Lob. Doch es gibt auch die kritischen Stimmen, von der ich eine auf dem von mir geschätzten Designtagebuch entdeckt habe. Und einige Kritikpunkte – neben dem Lob – lassen sich durchaus nachvollziehen.

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E-Mail-Marketing & Trends
Neben Social Media steht noch was anderes im Trend: E-Mail-Marketing. Zumindest laut dem E-Mail-Marketing-Guru Torsten Schwarz, der in einem kurzen Video einen Einblick in die zentralen Trends gibt.

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E-Mail-Kampagnen & StartUps
Die Gründerszene hat einen Blick auf den vergangenen E-Mail-Summit in Berlin geworfen. Neben guten Ratschlägen zeigt Autorin Britta Kiwit einige spannende Beispiele auf, wie strategisch junge Firmen E-Mail-Marketing einsetzen bzw. E-Mail-Kampagnen entwickeln.

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E-Mail & Social Media
Wie sich das E-Mail-Opt-In prima in die Facebook Timeline integrieren lässt und welche Vorteile daraus entstehen, dies erklärt Richard Austin vom US-E-Mail-Marketing-Spezialisten Silverpop in einem kompakten Post. Dabei reicht eigentlich schon ein Blick auf sein Beispiel, um die Integration zu verstehen und die beiden Instrumente sinnvoll zu kombinieren. Also nachmachen.

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Instagram ein Schnäppchen?
„So maybe that $1 billion it cost Facebook to buy Instagram was a bargain after all“, schreibt Chris Taylor bei mashable.com. Der Grund für seine Einschätzung sind die unbeheuren Wachstumsraten des Fotodienstes. So zählt Instagram bereits jetzt über 50 Mio. Nutzern – mit 5 Mio. Neu-Nutzern pro Woche. Ja, er hat recht: „The photo-sharing app is on fire“ – und dies rechtzeitig zu Facebooks Börsengang.

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Chancen per Slideshare
Wer Social Media hört, denkt sofort an Facebook, Twitter, Google+ und Youtube – wahlweise auch an Instagram und Pinterest. Dabei bieten die Plattformen in der „2. Reihe“ durchaus großes Potenzial. Kerstin Hoffmann hat sich dazu slideshare vorgenommen und die Chancen für die Unternehmenskommunikation in eine prima Anleitung samt Tipps gepackt.

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Soziale Reichweite
Reichweite ist nicht Reichweite, zitiert Jan Firsching auf futurebiz.de aus einem Vortrag von The Next Web Conference. Um wirklich Reichweite in sozialen Netzwerken aufzubauen, kommt es vielmehr darauf an, wie stark der eigene Freundeskreis mit einer Marke involviert ist. Denn umso mehr soziale Verbindungen es unter den Fans und Followern gibt, desto größer ist die Interaktion, „die Wahrscheinlichkeit, dass sich weitere Freunde mit der Seite verbinden, steigt, und die Empfehlungen unter den einzelnen Kontakten nehmen zu.“

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