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Gedankenspiele zu Online Relations vom 18. Juli 2012

Meine „Gedankenspiele“ benutze ich auch als meinen persönlichen Spickzettel. Gerade wenn man wie ich zwei Wochen lang im heißen Süden unterwegs war und mehrheitlich offline, so hat sich doch nach der Rückkehr einiges im Reader angesammelt. U.a. folgende elf Beiträge sind mir aufgefallen:

Zeitungen und das liebe Internet
Sind die Tageszeitungen in Deutschland auf das digitale Zeitalter vorbereitet? Nein, sagt Thomas Koch und nimmt sich in seinem hervorragenden Vortrag der herkömmlichen Zeitungen und vor allem ihrer Verleger an – und diese kräftig auseinander. Eine der besten Generalkritiken, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Und dies auf dem Zeitungsgipfel. Ob sie nachwirkt? Hoffentlich.

Panda und die SEO-Branche
Welche Auswirkungen hat das Panda-Update auf die Google-Position von Webseiten? Heinz Wittenbrink hat sich in einem langen und wichtigen Beitrag den besonderen Veränderungen durch das Panda-Update gewidmet. Vor allem macht er deutlich, wie stark eine passende Content-Strategie die bisherige klassische SEO-Strategie ersetzen wird. Wie heißt es dazu im eingebetteten Google-Video: „It is almost like the job of SEO has been upgraded from SEO to web strategist.“

Google und die Spam-Methoden
Welche Spam-Methoden erkennt Google automatisch und wertet die Seiten ab? Im seosweet-Blog hat Marco Engelberth eine kompakte Übersicht über die bekannten Methoden bzw. Versuche dargestellt, die Suchmaschinen zu manipulieren.

Blogger und die Relations
Was machen professionelle Blogger Relations aus? Daniel Rehn hat seine Interview-Ausführungen in seinem Blog publiziert. Diese sind vor allem lesenswert, weil er die ganze Palette an typischen Fragen beantwortet: Chancen und Risiken von Blogger Relations, Typen von Bloggern, Recherche und Ansprache von Bloggern, Integration in die Medienarbeit, Umgang mit Kritik. Klasse!

Blogs und der Tourismus
Wie lassen sich Blogs in der Tourismusbranche nutzen? Klaus Eck hat sich im PR-Blogger der Reisebranche gewidmet und 13 sehr treffende Gründe für ein Corporate Blog als digitale Reisezentrale formuliert.

Facebook und die Ads
Welche Werbeformate gibt es bei Facebook Ads? Thomas Hutter hat eine kompakte „Einführung in Facebook Ads für Anfänger“ – Auswahlkriterien, Werbetypen, Abrechnung, Kontrolle etc. – verfasst, welche die vielfältigen Werbemöglichkeiten für Unternehmen deutlich macht.

Unternehmen und Google Hangouts
In welcher Form können Unternehmen Google Hangouts für sich nutzen? Dies hat Natascha Ljubic in einem Beitrag beschrieben. Darin geht sie auf einige der vielfältigen Gründe ein, die für den Einsatz von Google Hangouts sprechen.

Instagram und das Online-Marketing
Wie lässt sich Instagram im Online-Marketing einsetzen? Die Karrierebibel hat gerade für Einsteiger eine prima Anleitung geschrieben, wie sich Instagram für PR- und Marketing-Zwecke nutzen lässt – von Hinweisen zum Aufbau bis zu Ideen für den sinnvollen Einsatz.

Foursquare und der neue Check-In
Auch wenn ich mich – wie und warum hier beschrieben – von Foursquare etwas zurückgezogen habe, macht mich der neue Ansatz des New Yorker Startups (darf man das eigentlich noch sagen?) doch neugierig. Nach Martin Weigerts Beitrag denke ich: Weiterhin beobachten.

Kommunikation und die Frage nach der Messung
Was bedeutet eigentlich Messbarkeit der Kommunikation in Zeiten des Social Web? Christian Henne hat sich dazu einige kluge Gedanken gemacht. Unter anderem plädiert er dafür, die Messgrößen und KPIs noch klarer an den Zielen auszurichten.

Social Publish bei Mercedes-Benz
Wie könnten Unternehmen mit Bloggern und Journalisten in der Zukunft kommunizieren? Robert Basic hat sich dazu das neue Mercedes-Benz-Angebot Social Publish angesehen und zeigt sich begeistert – von der Umsetzung, der Info-Bereitstellung und Durchsuchbarkeit. Schließlich gilt: „Je schneller, einfacher und kostengünstiger Inhalte abgerufen werden können, umso besser verteilen sich diese Informationen.“

Lektionen: Die Fehleranalyse zur Pressemitteilung

Wie viele andere erhalte auch ich regelmäßig Pressemitteilungen. Heute beispielsweise von Tchibo, British Airways, einer Versicherung und einem Sonnenstudio. Schön wäre es, wenn ich diese bestellt und gewollt hätte, oder wenn sie zumindest zu den Themen passen würden, mit denen ich mich beschäftige und über die ich gerne mal schreibe. Aber sie erreichen mich ziemlich wahl- und planlos.

Nun: Damit die Mühe, mir eine Pressemitteilung per E-Mail zu schicken, nicht ganz umsonst war, werde ich künftig einige dieser Pressemitteilungen auf ihre Schwächen hin analysieren. Damit erhalten die Versender indirekt doch einen Mehrwert: Zwar keine „Publikation“ und erst recht kein „über ein Belegexemplar Ihrer Publikation würden wir uns freuen“; aber zumindest gibt es kostenlose Tipps, wie sie es beim nächsten Mal besser machen könnten.

Am vergangenen Donnerstag erreichte mich dieses Prachtstück. Doch gehen wir die Kritikpunkte einfach mal durch:

Misslungene Pressemitteilung

Empfänger: Pressemitteilungen machen nur Sinn, wenn sie an Journalisten, Blogger, Multiplikatoren gehen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Ansonsten ist der Versand wertlos. Man könnte sogar durchaus von „Spam“ sprechen. Der Versender dieser Pressemitteilung hat die Empfänger in das „BCC-Feld“ gepackt, so dass niemand den Verteiler sehen kann. Das ist auch prima. An der Tatsache, dass auch mir diese Pressemitteilung zusendet wurde, kann ich gleichzeitig erkennen, dass dieser Verteiler nicht sehr „spitz“ ist, sondern die Pressemitteilung eher wahllos versendet wurde. Vielleicht bin ich ja auch nur eine negative Ausnahme …
Tipp: Schneiden Sie Presseverteiler stets sauber auf Ihre Zielgruppen zu.

Datum: Eine Pressemitteilung um 17:01 Uhr zu versenden, ist nicht gerade die glücklichste Entscheidung. Ausnahme: Es handelt sich um eine wirkliche Eilmeldung. Doch dies ist hier nicht der Fall. Warum? Um diese Zeit sind bei Tagesmedien die Redakteure mit der Endredaktion beschäftigt, sonstige Medienvertreter und Kommentatoren werden sich zu diesem späten Zeitpunkt eher anderen Themen oder der Abend-Beschäftigung zuwenden.
Tipp: Ziehen Sie den Versand entweder vor, oder verlegen Sie ihn auf den nächsten Morgen.

Betreff: Der Betreff ist kurz. Das ist prima. Der Begriff „Pressemitteilung“ ließe sich sogar noch streichen bzw. auf „PM“ verkürzen. Das ist aber eher nebensächlich. Etwas verwunderlich wirkt dagegen die Datumsangabe: 24.04.2012. Die Pressemitteilung habe ich nämlich erst am 26.04. erhalten. Dies signalisiert mir schon: Die Sache ist bereits zwei Tage alt. Warum sollte ich mich jetzt noch damit auseinandersetzen? Und das in Zeiten von Social Media, wo – relevante – Themen sich selbst ihre Verbreitungswege suchen?
Tipp: Spätestens am Morgen nach der Veranstaltung muss die Pressemitteilung raus.

Titel: Der Titel „Bericht und Zitate der Tagung „Impfschutz für alle“ – Nachholbedarf bei Migranten“ ist wenig griffig sondern eher umständlich. Hier wäre es die Aufgabe gewesen, einen klaren Titel sowie einen verständlichen Untertitel zu formulieren. Dieser sollte die Kernaussage der Tagung beinhalten. Auch die Ministerin sollte hier umbedingt erwähnt werden, um der Pressemitteilung nach außen mehr Gewicht zu verleihen.

Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist eine hübsch-förmliche Anrede. In einer Pressemitteilung an sie aber nichts zu suchen. (Immerhin wurde sie in der angehängten Pressemitteilung gestrichen.) Hier sind die berühmten 7 W-Fragen zu beantworten. Nur so kann der Empfänger schnell entscheiden, ob dieses Thema für ihn von Relevanz ist – oder nicht.
Tipp: Kommen Sie besser sofort zum Punkt.

Schreibstil: Pressemitteilungen sollten leicht verständlich geschrieben werden. Dazu zählt auch, dass Bandwurm-Sätze u.ä. vermieden werden sollten. Der erste Satz in dieser Pressemitteilung geht schon mal über 40 Wörter – und müsste dringend verkürzt werden.
Tipp: Versuchen Sie deutlich kompakter zu formulieren.

Gestaltung: Schon bei meiner letzten Analyse hatte ich es erwähnt: Eine Pressemitteilung im HTML-Format erhöht die Gefahr, dass sie von den immer strenger eingestellten Filtern der Server blockiert wird. Zudem ist die Wahl des HTML-Formats hier unnötig: Denn außer der Festung im Titel und der farbigen Markierung der Namen besteht der Text aus „Plain-Text“. Außerdem: Wie heißt es so schön: „Das Auge liest mit“. Statt der Farbgebung sollte hier vielmehr mit Absätzen gearbeitet werden. Auf diese Weise wird aus der bisherigen „Bleiwüste“ ein Text erstellt, der Lust auf das Lesen macht. Auch dies gehört zu einer Pressemitteilung.
Tipp: Erhöhen Sie die Lesbarkeit durch Absätze.

Attachment: Der Versender hat der E-Mail die Pressemitteilung auch noch als PDF-Dokument beigefügt. Warum? Die Zeiten, dass Journalisten Pressemitteilungen abspeicherten – dazu war das PDF-Format sehr geeignet -, sind lange vorbei. Stattdessen erhöht jedes Attachment die Chance, dass die Pressemitteilung von Filtern geblockt wird. Dies gilt auch für die beiden zwischen 1 bis 2 MB großen Bildern. Dabei wäre es doch viel einfacher gewesen: Die Bilder in den Pressebereich hochladen und von der Pressemitteilung einen direkten Link setzen. Positiver Nebeneffekt: Jeder Journalist und Multiplikator könnte selbst entscheiden, welches Bild in welchem Format für ihn in Frage kommt. Auch weitere Dateien rund um die Veranstaltung – Portraits der Teilnehmer, Redenprotokolle, Hintergrundberichte, Statistiken, Studien etc. – ließen sich prima mitarbeiten.
Tipp: Arbeiten Sie vermehrt mit Links in den Online-Pressebereich.

Dies sollen einige Tipps sein, wie die Versender es beim nächsten Mal etwas besser machen könnten. Noch ein wichtiger Tipp: Streichen Sie mich aus diesen Verteilern. Im positiven Fall wird die Pressemitteilung gelöscht, im negativen Fall landet sie hier im Blog oder per Beamer im Unterricht mit PR-Studierenden zum Thema „schlechte Beispiele“. Und da will doch niemand hängen, oder?

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