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Social Networking

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Stayfriends und die IVW-Fehlmessung?

Gestern hat statista eine hübsche Grafik publiziert, welche die Entwicklung der deutschen sozialen Netzwerke im Verlauf des Jahres 2012 nochmals nachzeichnet. Und wenn ich mir die Entwicklung von wer-kennt-wen, den VZ-Netzwerken, den Lokalisten oder auch von XING so ansehe, dann nicke ich zustimmend mit dem Kopf. Doch Moment: Etwas überrascht mich dann doch ganz kräftig: Das „Schulfreunde-finden“-Portal stayfriends hat laut dieser Grafik seit November einen unglaublichen Aufstieg erfahren.

Entwicklung der dt. sozialen Netzwerke 2012

Infografik: Entwicklung der deutschen sozialen Netzwerke im Jahre 2012

Dies lässt sich bei der IVW in konkreten Zahlen nachvollziehen. Danach sind die Visits innerhalb eines einzigen Monats von November auf Dezember um über 80 Prozent von knapp 11 Millionen auf fast 20 Millionen Visits gestiegen. Und dies nachdem die Zahlen im Verlauf des letzten halben Jahres noch kontinuierlich zwischen 11 und 12,5 Millionen geschwankt waren. Mit den jetzigen Visits-Zahlen hätte Stayfriends selbst den deutschen Branchenführer XING hinter sich gelassen.

„Hätte“ schreibe ich ganz bewusst. Denn ist diese Steigerung glaubwürdig? Suchen ganz plötzlich und gerade im Dezember 10 Millionen Deutsche (95 Prozent der Zugriffe erfolgen schließlich laut IVW aus dem Inland) mehr nach früheren Schulfreundinnen und Schulfreunden? Wohl kaum. Was ist dann hier wohl passiert?

Mir ist keine gigantische Marketing-Aktion von Stayfriends bekannt, die zu diesem Aufschwung nur ansatzweise hätte führen können. Ist es also eine IVW-Fehlmessung? Vielleicht. Oder wurden die Messmethoden verändert, die sich dann aber auch bei den anderen Messungen niederschlagen hätten müssen? Kaum wahrscheinlich.

Tweet von statista.com

Tweet von statista.com

Ich bin ziemlich ratlos. Und dabei bin ich nicht allein. Auch die statista-Jungs verwiesen bei meiner Rückfrage per Twitter auf die IVW und ihre eigenen Zweifel. Kann jemand helfen und für Aufklärung sorgen?

Infografik: Zahlen zum Social Web im Jahre 2012 samt Fragezeichen

Über creotivo bin ich auf diese Infografik gestoßen, die das Social Media Geschehen des jetzt vergangenen Jahres 2012 nochmals gut zusammenfasst. Der Fokus der Zahlen zum Social Networking liegt dabei – nicht gerade überraschend – auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn, Pinterest und YouTube. Gleichzeitig sind die hier zusammengefügten Zahlen doch mit etwas Vorsicht zu genießen. Dazu vier Anmerkungen:

  • Auf YouTube werden nicht 48 sondern bereits 72 Stunden Videomaterial pro Minute hochgeladen – oder sogar bereits noch mehr. Auch die Zahlen zu Facebook sind seitdem weiter gestiegen.
  • Die Aussage, dass Nutzer nur 3 Minuten pro Monat auf Google+, aber dafür 6,75 Stunden auf Facebook verbringen, ist veraltet und so nicht haltbar.
  • Dass Twitterer zu 60 Prozent weiblich sind, hat mich dann doch etwas überrascht. Aber wahrscheinlich haben die einfach mehr zu erzählen.
  • Die Zahl, dass 19 Prozent aller weiblichen Internet-Nutzer auf Pinterest sind, ist völlig unwahrscheinlich. Oder sie bezieht sich rein auf den amerikanischen Markt. Denn die sollen ja Pinterest-„verrückt“ sein.
Social Media Stats 2012

Statistiken zum Social Web Geschehen im Jahre 2012

Alles mobil oder was? Der Social Media Report 2012 von Nielsen.

Vor wenigen Tagen hat das Marktforschungsinstitut Nielsen Media Resarch seinen alljährlichen Social Media Report 2012 publiziert. Trotz des Fokus auf den US-amerikanischen Markt beleuchtet er wichtige Aspekte wie den Zugang zu Sozialen Medien, das Nutzungsverhalten sowie die Einflussnahme auf Kaufentscheidungen, die auch für die hiesige Entwicklung von Relevanz sind.

Dabei macht die Analyse deutlich, wie stark Social Media in den Alltag einbezogen wird, was auch dazu führen wird – so meine eigene Prognose u.a. in diesem Beitrag –, dass wir in fünf Jahren nicht mehr von Social Media sprechen werden, da es dann Bestandteil jeglicher Kommunikation sein wird. Doch picken wir uns drei Aussagen aus dieser lesenswerten Studie heraus, die sich ansonsten im Nielsen-Blog detailliert einsehen lässt.

Längere Nutzung: Nicht wirklich überraschend ist die Tatsache, dass Internetnutzer immer mehr Zeit online verbringen. Besonders stark hat im vergangenen Jahr die mobile Nutzung von Social Media Plattformen zugenommen. Auch wenn der PC noch im Zentrum steht, holt die Nutzung via Mobiltelefon, Tablet und App extrem auf.

Im asiatisch-pazifischen Raum gehen bereits heute 59 Prozent der Nutzer über ihr Mobiltelefon und 28 Prozent über ihr Tablet auf Social Networking Seiten, während in Europa mit 33 Prozent bzw. 8 Prozent deutlicher Nachholbedarf herrscht. Übrigens: Auch das stille Örtchen ist für fast ein Drittel der 18-24-Jährigen der richtige Ort, um sich angeregt per Facebook & Co. zu unterhalten. Dies schreibt zumindest die Studie.

Mobiles Networking: Gerade beim Social Networking greifen User immer stärker insbesondere über Apps auf den Social Content zu. Dabei hat sich die mobile und speziell die App-Nutzung um rund 100 Prozent bei Facebook, Twitter, Google+ und Foursquare, bei Pinterest sogar um 1.700 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Aus der Studie wird zudem ersichtlich, dass die mobile Nutzung gerade bei Frauen – warum? – sowie in der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen – verständlich – besonders stark ausgeprägt ist.

Hilfe bei Entscheidung: Entscheidungen werden immer stärker über Social Content beeinflusst. So heißt es bei Nielsen: „Consumer decisions and behaviors are increasingly driven by the options, tastes and preferences of an exponentially larger, global pool of friends, peers and influencers.“ Übersetzt heißt dies: 70 Prozent hören auf die Erfahrungen anderer, 65 wollen mehr über Marken und Produkte erfahren, 53 Prozent wollen sich mit Marken verbinden, 50 Prozent wollen ihren Bedenken und Klagen Ausdruck verleihen und 47 Prozent wollen Angebote teilen.

Im Mittleren Osten, in Afrika und im Asien-Pazifik-Raum sind es bereits heute 30 Prozent, die Soziale Medien täglich dazu nutzen, mehr über Marken, Produkte und Services zu erfahren. Gerade für die Branchen Touristik, Elektrogeräte, Getränke/Essen, Mode sowie Restaurants sieht Nielsen ein großes Potenzial, dass Nutzer über Social Media Plattformen Einfluss auf Entscheidungen anderer Nutzer nehmen können und werden.

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