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Blog ist umgezogen – bitte umstellen!

Hallo? Was ist denn hier los. Nix mehr? Doch!
Viele haben sich vielleicht bereits gewundert, warum hier in meinem Blog in den letzten Monaten nichts mehr passiert ist. Der Grund ist ganz einfach: Die „Gedankenspiele“ sind umgezogen – und zwar auf meine eigene Seite, um die Inhalte noch besser betreuen und steuern zu können. Daher findet ihr das Blog jetzt ganz einfach auf dominikruisinger.com/blog-gedankenspiele/.

Wie könnt ihr weiterhin die Gedankenspiele erhalten?
Ganz einfach: Abonniert sie! Dazu packt ihr in euren Feedreader die Adresse https://dominikruisinger.com/feed/. Und schon erhaltet ihr meine Blog-Beiträge wieder regelmäßig zu lesen.

Ist doch ganz einfach. Oder?!
Ach so: Ihr wisst nicht, was ein Feedreader oder was RSS ist? Dann lest einfach diesen Beitrag hier. Mein Gedankenbär erklärt es euch ganz in Ruhe.

Wie nehme ich Content auf? Mein Rezept gegen die Informationsüberflutung.

Vor schon wieder vielen Wochen hat der liebe Thomas Pleil seinen täglichen Workflow geschildert. Auch ich wollte dies schon immer gerne einmal tun. Gerade in meinen Trainings und Workshops werde ich regelmäßig gefragt, wie ich mit der heutigen Informationsüberflutung umgehe bzw. wie ich mein eigenes Informationsmanagement steuere, um nicht den Überblick über die vielen nützlichen wie nutzlosen Informationen und Fakten zu verlieren, die wir jeden Tag aufnehmen, erleben oder auch lesen müssen. (Ach herrje, war das ein langer und umständlicher Satz.) Das heißt: Wie gehe ich mit Content um und vermeide gleichzeitig einen Content-Overflow (der übrigens in Wirklichkeit nicht zu vermeiden ist)?

Jetzt hier in Basel, kurz vor Beginn einer internationalen Konferenz, habe ich den freien Sonntag Vormittag genutzt, um die Säulen meiner Informationsaufnahme und -speicherung zu schildern. Eigentlich ist dies bei mir recht einfach:

Feedly RSS-Reader

Der RSS Reader Feedly im Einsatz.

a) Das wichtigste Utensil für mich war, ist und bleibt mein RSS Reader – und der heißt wie bei vielen anderen Feedly. Wenn RSS irgendwann mal abgeschafft werden würde, wäre dies gleichbedeutend mein Ausstieg aus der Branche – glaube ich zumindest. Zumindest wäre ich quellenlos. Fast. In Ordnern habe ich bei Feedly rund 200 Blogs, Webseiten und sonstige Content-Angebote rund um die Kommunikations- und Marketingbranche mit Fokus auf Public Relations, Journalismus, Digitale Strategien, Stiftungen und Private Stuff abonniert. Auch die Ergebnisse einiger Monitorings aus Twingly oder den immer schlechter werdenden Google Alerts (die stellt doch Google sicherlich als nächstes ab, oder?) lasse ich dort reinlaufen. Diese Feeds rufe ich meistens zweimal am Tag ab: Morgens zum Frühstückstee und spätnachmittags zum Nachmittagskaffee – wahlweise auch in Kombination mit anderen Getränken. Durch 80 Prozent der Beiträge flippe ich nur durch (Merke: Schlechte Überschrift = keine Wahrnehmung), einige verbreite ich per Twitter, Facebook oder Google+ direkt oder zeitversetzt. Die anderen werden „gemerkt“.

Pocket

Pocket als hilfreiches Instrument für die eigene Content Verarbeitung.

b) Mit dem Merken komme ich zum zweiten Tool: Pocket. Ich bin ein ziemlicher Fan von Pocket. Dort speichere ich alle etwas längeren oder mich besonders interessierenden Texte, die ich später in Ruhe lesen will. Zum Teil verarbeite ich diese in meinen Gedankenspielen als Lesetipps oder entwickele daraus Beiträge in meinem Blog (so wie heute) oder auf dem weiterhin wunderbaren medium.com. Außerdem integriere ich die wichtigsten Informationen und Case Studies in meine Basis-Präsentationen, von denen dann wiederum Teilnehmer meiner Seminare und Coachings profitieren dürfen. Die Schnittstelle zwischen Feedly und Pocket ist übrigens perfekt, ebenso zwischen Twitter sowie Extra-Apps wie Reeder und Hootsuite, wenn man die Pocket-Verbindung einmal eingestellt hat. Die Verbindung zwischen Google+ bzw. Facebook und Pocket ist – naja. Hier heißt es: Link kopieren und bei Pocket einfügen. Klappt aber dann sehr reibungslos.

Diigo Social Bookmarking

Social Bookmarking per Diigo

c) Eine weitere Merkstelle heißt bei mir die Social Bookmarking Plattform Diigo. Ganz nach dem Grundsatz des Social Sharings speichere ich alle Beiträge kurz beschrieben und möglichst sauber verschlagwortet. Auf diese Weise schaffe ich einerseits mir selbst ein Content-Gedächtnis, andererseits können meine Seminar-Teilnehmer auf all diese Links, die meist Teil des Workshops waren, auch im nach hinein zugreifen. Und darüber sind sie übrigens meist sehr glücklich ;-).

d) Die weitere Informationsaufnahme läuft über die klassischen Kanäle wie Facebook und Twitter – natürlich jeweils mit Listen (Learning aus meinen Workshops: Listen kennt fast niemand. Leider.) sowie die Google+-Kreise und die durchaus tauglichen Communities. Auf dem iPhone5 meistens mit den Original-Tools, auf dem Laptop fast komplett über Hootsuite inklusive einiger Enterprise-Möglichkeiten (danke an den lieben Markus Besch und das Social Media Institute). Auch das zeitversetzte Posting läuft bei mir immer stärker über Hootsuite, nachdem seit einigen Wochen Buffer bei mir immer wieder zickt und ich regelmäßig alle Kanäle neu hinzufügen muss. Praktisch finde ich weiterhin das Hootsuite-Begriffs- und Hashtag-Monitoring per Listen. Dabei spielt es für mich keine Rolle, dass das Layout eher nach 90er Design denn nach Mitte 2015 aussieht. Warum Hootsuite beim Monitoring nicht alle Retweets und Mentions anzeigt, finde ich eher nervig und kann es auch nicht erklären. Generell gilt: Inhaltlich benutze ich Twitter und Google+ fast nur beruflich, während bei Facebook der Fokus klar auf dem Privaten liegt.

Alert.io

Alerts zu Begriffen und Themen erstellen via alert.io

e) Solange noch nicht alle – kostenlosen – Monitoring-Tools die RSS-Funktion anbieten, habe ich daneben noch Alerts auf meinem – angesichts der Top-Ergebnisse – Lieblingstool Alert.io (wenn doch nicht immer so schnell mein Kontingent aufgebraucht wäre …), auf kuerzr.com und bei talkwalker  eingerichtet. Die Ergebnisse laufen ganz traditionell auf einem (ja, wirklich!) Web.de-E-Mail-Account ein.

f) Nein, ich bin kein purer Onliner! Und ja, ich lese regelmäßig Zeitungen und Zeitschriften – und dies selten auf dem iPad oder dem iPhone, sondern ganz klassisch mit knisterndem Papier. Genauso wie heute schon. Beruflich zählen so beispielsweise journalist (warum lässt sich hier online fast nix lesen?), medium magazin (Das 90er-Website-Design bräuchte dringenden Relaunch) und t3n (Tolle Arbeit print wie online!) ebenso zu meiner Lektüre, wie einige Newsletter print wie per E-Mail.

Dies ist zumindest mein grobes Gerüst, das ich über die Jahre immer weiter entwickelt habe und das mich natürlich Zeit kostet. Im letzten Social Media Management Seminar bei der DAPR in Düsseldorf wurde ich gefragt, wie viel Zeit ich konkret für diese Content-Aufnahme und -Verarbeitung verwende. Grob überschlagen kalkuliere ich durchschnittlich mit ca. 1,5 Stunden pro Tag.

Aber das wird bei den anderen hier doch auch nicht viel anders sein, oder?

Gedankenspiele-Lesetipps vom 17.10.2014

Posted from Diigo. The rest of my favorite links are here.

Über die Rolle von Titeln, Teasern und gekürzten Blogbeiträgen.

Welche Auswirkungen haben Titel und gekürzte Feeds auf das mobile Leseverhalten? Gravierende. Denn auch wenn es zwei getrennte Themen sind, beeinflussen sie doch das Leseverhalten von Usern kräftig. Beide auf ihre Weise – und dann auch kombiniert, wie ich in diesem Gedankenspiel anhand meines eigenen Leseverhaltens beschreibe.

In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass sich die Zahl derjenigen weiter erhöht hat, die Blog-Beiträge im RSS-Reader nicht mehr komplett anzeigen lassen. Bei vielen steckt wahrscheinlich der Gedanken dahinter, auf diese Weise mehr Leser auf ihre Webseite zu ziehen und vielleicht sogar den eigenen Content besser zu monetarisieren, worüber im Frühjahr u.a. bereits Kai Thrun und Martin Weigert berichtet hatten. Vielmehr lässt sich über Feedreader nur noch das Intro abrufen, was auf einem Smartphone-Display auf ca. 10 Zeilen hinausläuft. Schade, denke ich mir immer wieder. Wirklich. Denn dieses Spiel funktioniert glaube ich nicht überall. Im Gegenteil: Oft verlieren sie eher Leser – ob als Intensiv-Leser ihrer Beiträge oder gar als Abonnenten ihrer RSS-Feeds. Wie ich das genau meine?

Am Besten erkläre ich dies an meinen eigenen Lesegewohnheiten, um auf diesem Wege ein weiteres relevantes, redaktionelles Problem aufzuzeigen – Stichwort Leserattraktion und Leserbindung.

Stufe 1: Von Scannern und Skimmern
Ich selbst habe ca. 200 Feeds abonniert, die ich jeden Tag durchlese, sofern sie mit etwas Neues bieten. Doch lese ich diese? Laut des dänischen Usability-Gurus Jakob Nielsen sowie einer britischen Studie aus dem vergangenen Jahr sind Online-User weniger Leser als vielmehr Scanner oder gar Skimmer. Das heißt: Sie nehmen nur einen Teil der Inhalte wahr – es wird gerne von 10 bis 25 Prozent gesprochen; und dabei vor allem die Inhalte, die im Text hervorgehoben werden, wie Titel, Zwischenüberschriften, Lead-Texte, Bilder samt Unterschriften oder auch Aufzählungen.

Ich gestehe: Ich gehöre zu diesen Scannern und Skimmern. Nicht was mein allgemeines Lese- oder Online-Leseverhalten betrifft; nein, dieses nicht; aber auf jeden Fall bezogen auf mein Feed-Leseverhalten. Dies wird mit Sicherheit für viele so gelten. Das heißt, ich switche quasi durch meine täglichen Feeds, insbesondere dann, wenn ich auch mal ein paar Tage nachholen und nachlesen muss.

Mein Switchen erfolgt zu 99 Prozent per Smartphone. Ob über die hübsche feedly-App oder die von mir aufgrund ihrer Reduktion geschätzte Reeder-iPhone-App, die hoffentlich irgendwann Google+ in ihre Weiterleitungsfunktion integriert: Bei meinem Switchen fokussiere ich mich fast ausschließlich auf Titel und – wenn dieser zieht – auch noch die ersten Sätze, quasi den Lead-Text. Titel, nächster Titel, nächster Titel – so springe ich oft in Sekundenschnelle von Textbeitrag zu Textbeitrag, bis ich an einem Titel hängen bleibt, der mein aktuelles Interesse trifft.

Übersetzt heißt dies: Wer keine klaren Titel schreiben kann bzw. ich nicht sofort an Hand des Titels erkennen kann, um was es sich in diesem Beitrag handeln wird bzw. könnte, flippe ich schon weiter. Und das soll jetzt nicht böse klingen: Aber ich kann es kaum glauben, wie viele schlechte, belanglose, nichts aussagende und nicht zum Text hinführende Titel es gibt. Wollen die denn keine Leser haben? Zumindest verlieren sie mich als Leser. Ob wir mal ein Titel-Schreiben-Training machen sollten ;-)?

Stufe 2: Von Verkürzern und Verlierern
Erachte ich den Titel und den eventuell vorhandenen Teaser als interessant, würde ich gerne einen Blick in den Beitrag werfen. Also kurz weiterscrollen – und hey, wo ist der angepriesene Text? Nach dem vorerst gelösten Problem 1 sind wir schon bei Nummer 2 angelangt: Der von mir gesuchte Beitrag wurde gekürzt und wird anstatt als Full-Feed nur noch wenige Zeilen lang angezeigt. Wer ihn ganz lesen will, muss per Link auf die Website klicken. Diejenigen, die sich absolut für diesen Text interessieren, werden jetzt klicken. Aber die anderen “Switcher” wie mich?

Für mich ergeben sich in diesem Moment genau zwei Optionen: In seltenen Fällen und wenn er mich wirklich sehr interessiert, packe ich den Text per Pocket in die Später-Lesen-Rubrik; meist verliert der Beitrag in diesem Moment aber in meinem Kopf seine Relevanz und ich switche zum nächsten Beitrag. Von diesem Moment an hat der vorherige Beitrag mich also als möglichen Leser, Multiplikator und Weiterleiter verloren. Hinzu kommt ein zweites Problem: Hat schon mal jemand auf einen solchen Link geklickt, während er im Zug oder in der Berliner U-Bahn auf Internet-Zugang (vergeblich) hoffte, wartete? Und lesen nicht viele gerade ihre Feeds unterwegs, wenn die Internet-Verbindung nicht immer grandios ist, wie es in unserem Land nun einmal leider ist, wie auch die folgende Grafik verdeutlicht?

Infografik: Deutsches Internet hinkt der Weltspitze hinterher | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Stufe 3: Lesson learned?
Was lässt sich an diesem meinem Verhalten lernen?

  1. Wer keinen klar verständlichen und auf den Inhalt hinweisenden Titel schreibt, wird viele Scanner und Skimmer verlieren. Sie haben nicht mal die Chance, den Inhalt des Beitrages wahrzunehmen, da sie schon beim Titel verloren gehen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Titel als entscheidende Brücke und Türöffner wie bei einer Pressemitteilung oder einem Newsletter ist also notwendig.
  2. Wer mit einem gekürzten Blog-Post auf neue Website-Besucher hofft, wird RSS-Leser eher verlieren. Solange hier nicht die technischen Bedingungen erfüllt sind und überall eine gute Internet-Verbindung herrscht, wird das Warten auf den Text nach dem Klick für viele zu mühsam und zeitintensiv sein. Netzinfrastruktur-Minister Alexander Dobrindt sprach Anfang des Jahres davon, Deutschland in die digitale Championsleague zu bringen, Europa-League würde mir persönlich schon als ersten Erfolg ausreichen.
  3. Lässt sich dieses Beispiel auf alle übertragen? Natürlich nicht. Nur glaube ich, dass sich mein RSS-Feedreader-Leseverhalten nicht so wahnsinnig von anderen Online-Text-Ratten unterscheiden wird. Oder liege ich da völlig falsch?

Gedankenspiele-Lesetipps vom 24-06-2014

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Die Lesetipps in den Gedankenspielen vom 07. Juni 2013

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Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 25. März 2013

Nachdem ich die letzten 14 Tage zwischen Seminaren, Coachings, Kongress- und Konferenz-Vorbereitungen viel unterwegs war, komme ich erst jetzt zu einigen Lesetipps, die ich wieder gerne weiterempfehle.

Trends von der SXSW
Einen spannenden Beitrag hat Ulrike Langer von der weltgrößten Digitalkonferenz SXSW – ja, da wollte ich auch hin – mitgebracht: Sie macht sich Gedanken, welche Trends das Festival dieses Jahr hervorgebracht hat – und stößt dabei auf die verändernde Konzepte von Raum und Zeit.

Auf dem Weg zum Social Business
Sehr spannend ist der ein paar Tage alte Beitrag von Brian Solis, in dem er die 6 Stufen der Social Business Transformation aufzeigt. Und wenn man richtig überlegt: Mehr als Stufe 3 dürften bislang die wenigsten Unternehmen erreicht haben. Viele werden schon glücklich sein, überhaupt Stufe 2 erreicht zu haben.

Die Zeit nach dem Google Reader
So viel wie noch nie wurde in den letzten zwei Wochen über RSS geschrieben – nachdem Google das Ende des zumindest bei Online Relations Fachleuten beliebten Google Readers angekündigt hat. Klaus Eck hat einen passenden, wunderbar unaufgeregten Beitrag dazu geschrieben, wie sich RSS weiterhin nutzen lässt. Eines ist sicher: In diesem Bereich wird sich in den nächsten Monaten einiges tun.

Deutschland wird mobiler
Dass im Digitalen Deutschland immer stärker alles mobil passiert, zeigt die neue comScore-Studie “2013 Future in Focus – Digitales Deutschland Report”. Danach waren 12/2012 51% der Handys Smartphones und haben 14% der deutschen Smartphone-Nutzer 12/2012 Produkte oder Services via Smartphone erworben.

Berufsbild Social Media Manager
Nina Kalmeyer hat sich das Berufsbild des Social Media Managers angesehen und wundert sich, warum – wie in einer aktuellen BITKOM-Studie – nur das Aufgabengebiet der Unternehmenskommunikation in die sozialen Medien gehoben wird. Die Aufgabe bedeutet eigentlich viel mehr. Das kann ich als Studienleiter für die Ausbildung zum Social Media Manager nur unterstreichen.

Berufsbild Social Media Experte
Was macht diese “Social Media Experten” eigentlich aus? Daniel Schöberl schreibt: Wichtiger als Prüfungen, Verifizierungen und Bezeichnungen sei es, “dass sich die jeweiligen Personen ständig neu von der rasanten Entwicklung des Social Webs begeistern lassen und authentisch netzwerken, gemischt mit einer großen Portion Spaß.” Das ist verdammt wahr.

Kundenservice im Social Web
Ich bin zwar kein großer Freund von Beiträgen à la “14 Tipps zum Glücklichsein” u.ä.. Aber die 66 Tipps, die Christian Müller in der Karrierebibel zum Thema Kundenservice via Social Media niedergeschrieben hat, kann ich jedem Unternehmen nur als dringenden Lesestoff empfehlen.

Der Weg zum Corporate Blog
Da ich im Verlauf der letzten Seminare und Vorträge viel über die Bedeutung von Blogs gesprochen habe, passt dieser Beitrag ganz prima ins Thema: Die bekannte Bloggerin Heidi Cohen gibt eine hervorragende Anleitung, wie man sein eigenes Blog starten sollte.

Richtig verlinken leicht gemacht
Tobias Gillen hat sich die Mühe gemacht, einfach verständlich aufzuzeigen, wie Nachrichtenportale – aber auch andere – korrekt auf Beiträge in den sozialen Medien verlinken sollten. Gerade die klassischen Medien haben da doch so ihre Problemchen ;-).

Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 22. Januar

In der letzten Woche mussten meine Lesetipps ausfallen, da ich in in die Endkorrektur unseres 400-Seiten starken Buches “Public Relations. Leitfaden für ein modernes Kommunikationsmanagement” vertieft war, das im März in 2. Auflage erscheinen wird. Die Durchsicht meines RSS Readers hat jetzt aber wieder viele spannende Beiträge ans Licht gebracht. Eine kleine Auswahl:

Internet 2012 in Zahlen
Das Monitoringunternehmen pingdom hat seinen jährlichen Überblick publiziert, wie sich das Internet zahlenmäßig in den vergangenen 12 Monaten weiterentwickelt hat. Das heißt: E-Mail, Websites, Internet-Nutzer, Social Media, mobile Nutzung und einiges mehr. Eine wirkliche Zahlen-Goldgrube.

Über die Unterschiede zwischen Strategie und Taktik
Diesen Beitrag wird jeden Konzeptioner – ob bezogen auf PR, Social Media oder auf die gesamtheitliche Kommunikation – erfreuen. Altimeter-Analyst Jeremiah Owyang beschreibt die Unterschiede zwischen Strategie und Taktik und benutzt dazu ein klares Bild: “strategy is done above the shoulders, tactics are done below the shoulders.” Spannend.

Kundenservice ist Markenbildung
heißt es zurecht im PR-Agentur Blog. Und guter Service ist ein wesentlicher Pfeiler beim Aufbau einer Marke, während ein schlechter diesen gefährdet bzw. die Marke schädigt. Wie man perfekt auf Kundenbedürfnisse eingeht, zeigt das hier beschriebene Beispiel von Lego. Wie man ganz schlecht mit dem Thema Kundenservice umgeht, habe ich selbst kürzlich in meinem viel diskutierten AirBerlin-Erlebnisbericht beschrieben.

10 Theorien für ein gutes Google-Ranking
Es gibt wohl kaum eine Branche, die mit so vielen Mythen wie die SEO-Branche durchsetzt ist. Martin Mißfeldt hat sich mit 10 Theorien für ein gutes Ranking bei Google näher auseinandergesetzt. Passend dazu auch David Lindens ausführlicher Beitrag über die neue SEO Formel WDF*P*IDF.

Social Media ist nicht das Ende von E-Mail
schreibt Frank Hamm. Und er hat so was von recht! Denn Social Media ist nicht E-Mail und wird kaum E-Mail als Nachfolger beerben. Dabei zeigt er schrittweise auf, für welche Zwecke er E-Mail bzw. die Social Media Kanäle nutzt – und wie sich diese auch kombinieren lassen.

Warum Konzerne manchmal besser von Social Media weg bleiben
Müssen alle Social Media “machen”? Thomas Klüwer sagt in seiner hervorragenden Replik auf einen Beitrag im Wall Street Journal “nein” und zeichnet am Beispiel der Energiekonzerne die wichtigsten Entscheidungskriterien nach. Eine perfekte Anleitung für alle, die keine Facebook-Seiten sondern Strategien entwerfen. Passend dazu auch die 40 Fragen der karrierebibel, die sich jeder vor dem Social Media Einstieg stellen sollte.

Social Magazines für die interne Kommunikation nutzen
Marie-Christine Schindler hat sich mit dem Social Magazine als neues Medium für die interne Kommunikation auseinandergesetzt – also eine Art interaktives Mitarbeitermagazin mit integrierter Bookmarking-Funktion. Ein hochinteressantes Konzept, das ich bisher noch nicht kannte, dem ich aber eine wachsende Bedeutung einrechne.

RSS und Social Bookmarking lassen sich prima kombinieren
Auf Basis meines Beitrages über 5 Tools, die meiner Meinung nach aussterben, entwickelte sich eine Diskussion u.a. mit Thomas Pleil und Christian Henner-Fehr über die Zukunft des Social Bookmarkings. Letzter hat jetzt sich die Mühe gemacht – danke Christian! -, die Vorteile des Social Bookmarkings gerade in Kombination mit RSS zu beschreiben. Dringend lesenswert!

Klout-Score ist ein Quantitäts-, kein Qualitätsfaktor
Dass der Klout-Score inhaltlich nicht viel über die einzelne Person sagt, sondern nur die Zahl der eigenen Aktivitäten misst, hat der geschätzte Mike Schnoor jetzt in einem Eigenexperiment nachgewiesen. Also liebe Human Ressouces Manager: Klout taugt für eure qualitativen Zwecke wirklich nix.

60 Apps, Tools und Websites für Journalisten
nennt Martin Giesler seine wirklich hervorragende Auflistung, die auch mir einige neue Tools mitgegeben hat. Danke dafür. Kleine Einschränkung: Nicht nur Journalisten sondern auch PR-Leute kann diese Liste ihre Arbeit deutlich leichter machen.

Wenn Microsoft und Nike gute virale Videos machen
Simply Zesty hat den Wochenüberblick mit erfolgreichen viralen Videos publiziert. Und u.a. mit Nike und Microsoft sind wieder ganz großartige Videos dabei, die mich zum lächeln gebracht haben.

Gedankenspiele zu Online Relations vom 25.06.2012

Online-Journalismus-Blockseminare an der Hochschule Hannover, Social Media Workshops an der Evangelischen Medienakademie, Online-Marketing-Seminare am IMK sowie einige Beratungsjobs haben meine regelmäßigen Lese-Tipps etwas verzögert. Aber jetzt sind sie wieder da. Schließlich ist einiges in der Zwischenzeit geschrieben worden.

Tipps für die Medienarbeit
Das PR-Journal hat sich Gedanken zur professionellen Medienarbeit gemacht und zwei Info-Blätter zum Thema Pressearbeit und Online-Pressearbeit publiziert. Mit diesen Infos als Basis hat sich der geschätzte Helge Weinberg Gedanken über seine Lehrjahre gemacht. Parallel hat auch Martin Weigert auf netzwertig Unsitten in der Pressearbeit aufgezählt. Manchmal muss man leider den Kopf schütteln.

Leitfaden für das Crowdsourcing
Ich bin ein Freund der strategischen Ansätze. Und dies überall. Da auch jede – derzeit modische – Crowdsourcing-Planung einer sorgfältigen Vorbereitung bedarf, hat das gleichnamige Blog einen Leitfaden geschrieben, der die Umsetzung schrittweise begleitet. Wer diesen Beitrag liest, dem wird auffallen, wie stark die Vorgehensweise einem klassischen PR-Konzept gleicht.

SEO für Videos
Gerne wird vergessen: YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Und angesichts der 72 Video-Stunden, die pro Minute hochgeladen werden, ist der Kampf um eine gute Präsenz hoch. Ein ausführlicher Bericht im tagSeoBlog hat sich jetzt den Kriterien gewidmet, damit ein Video in der YouTube-Suche möglichst weit vorne gelistet wird.

RSS-Feed fur Pinterest
Ich bin ein absoluter RSS-Fan – und liebe vor allem die großartige mobile App von Silvio Rizzi. So ziemlich alles versuche ich über das kleine orangene Quadrat abzurufen. In diesem Kontext sehr praktisch: Das Social Media Marketing Blog hat jetzt aufgezeigt, wie einfach sich selbst Pinterest-Accounts bzw. Pinterest-Boards per RSS abonnieren lassen.

Sicherheit für Facebook
Angesichts zunehmender Hacker-Angriffe auf die Sozialen Netzwerke – wie kürzlich bei LinkedIn -, hat Thomas Hutter einen längeren Beitrag publiziert, welche schmutzigen Tricks besonders beliebt angewendet werden, auf was Facebook-Nutzer besonders Acht geben sollten und welche Maßnahmen sich dagegen ergreifen lassen.

Monitoring bei Otto
Wenn auch schon ein paar Tage alt: Die Case Study zum Social Media Monitoring bei Otto bleibt lesenswert – insbesondere auch in der Verzahnung zwischen Kundenservice und Social Media.

Lesestoff fur Onliner
Der fleißige Daniel Rehn hat 5 – äußerst umfangreiche – Präsentationen zu seinen Vorlesungen Online / Social Media bei Slideshare zur Verfügung gestellt. Und auch wenn sie teils etwas vollgepackt sind: Jeder Dozent oder Berater wird darin zahlreiche Anregungen für seine Arbeit finden. Mich haben die Folien immerhin schon mal 4 Stunden Lesen gekostet. Aber es hat sich gelohnt ;-).

Tool-Tipp: Webseiten-Geschwindigkeit
Nicht nur für SEO-Zwecke sondern auch für die Usability ist sie ein entscheidender Faktor: Die Geschwindigkeit, mit der sich die eigene Webseite lädt. Natascha Ljubic hat 5 Tools zusammengestellt, mit der sie sich messen und überprüfen lässt. Auch wenn die Ergebnisse doch sehr unterschiedlich sind ….

Der Website-Relaunch des WWF aus PR-Sicht

Viel Lob gab es in den vergangenen Wochen für den kürzlichen Relaunch der Webseite des WWF Deutschland. Die beauftragte Agentur Aperto hatte – wie u.a. hier beschrieben – das Ziel verfolgt, die Webseite zu einem noch stärkeren Hub für Kampagnen und Themen weiter zu entwickeln, damit sich Naturschutz-Themen besser setzen lassen, eine größere Aufmerksamkeit erreicht wird und auch die Spenden-Einnahmen erhöht werden. Das Ergebnis ist positiv: Die Struktur ist übersichtlicher, die Botschaften sind plakativer, die Ansprache ist deutlich ausdrucksvoller und emotionaler. Also eine emotionalisierende und motivierende Marken-Webseite.

Ich habe mir die Seite jetzt aus Medien- und Multiplikatorensicht angesehen und mit der früheren Seite verglichen. Und da komme ich dann doch zu einem ziemlich anderen Ergebnis. Doch spielen wir dies einfach mal anhand zweier relevanter Zielgruppen durch.

Fall 1: Der Medienvertreter
Als Journalist oder Blogger suche ich Hintergrundinformationen zum WWF bzw. zu einzelnen Kampagnen. Vielleicht wurde ich über eine Pressemitteilung drauf gestoßen und benötige jetzt Hintergrundinformationen, Zahlen, Bilder. Bislang stand mir in diesem Moment ein Pressebereich zur Verfügung, der mir neben aktuellen Meldungen beispielsweise den direkten Weg in den Bild- und Film-Bereich der Mediathek lieferte.

Und was liefert mir der Pressebereich nach dem Relaunch? Pressemitteilungen, der direkte Kontakt zu Medienansprechpartnern – das ist es schon. Nicht dass mich der frühere Pressebereich überzeugt hätte: Aber wurde beim Relaunch die Aufgabe “moderner Pressebereich” vergessen? Wo sind die Zahlen, Daten, Fakten, die Case Studies etc. – für Journalisten und Multiplikatoren aufbereitet? Der direkte Zugang zu Bildern und Videos? Und warum kann ich die Pressemitteilungen nicht mehr abonnieren? Will der WWF nicht, dass ich mir selbstständig Informationen ziehe?

Fallbeispiel 2: Der WWF-Anhänger
Der Newsletter-Abonnierbereich des WWF vor dem RelaunchAls WWF-Fan will ich mich regelmäßig per Newsletter oder – noch besser – per RSS informieren lassen. Dies sollte auch ganz im Interesse der Organisation sein. Wie der Screenshot aus der Zeit vor dem Relaunch zeigt, hatte der WWF einen vorbildlichen Newsletter-Abonnier-Bereich, den ich auch als Positivbeispiel in vielen Vorlesungen vorgezeigt habe. Detailliert ließen sich – wie das Bild zeigt – einzelne Newsletter bestellen, die Inhalte auch im Vorfeld einsehen, das Format auswählen – und dann bestellen.

RSS Optionen beim WWF AuftrittNatürlich auch per RSS, wie der Screenshot zeigt, den ich über die immer wieder praktische Wayback-Maschine gezogen habe. Und jetzt? Vier Newsletter lassen sich weiterhin abonnieren. Aber nur per E-Mail, ohne RSS-Option, ohne individuelle Formatwahl, ohne Voransicht, den Namen als rechtlich nicht erlaubtes Pflichtfeld, ohne Hinweis auf das Double-Opt-In-Verfahren, ohne sichtbare Abbestelloption als Vertrauensanker. Warum dieser Wandel? Warum diese reduzierte Auswahl? An dieser Stelle bin ich dann doch enttäuscht.

Daher mein Fazit: Als Marken- und Spenden-Webseite hat www.wwf.de mit dem Relaunch sicherlich deutlich gewonnen, aus kommunikativer Sicht aber auch verloren. Gerade in den Punkten Pressebereich, Newsletter und RSS sehe ich doch deutlichen Nachholbedarf. Aus reiner PR-Sicht wird er für mich künftig kaum mehr als Vorbild bei Seminaren dienen können. Schade eigentlich. Oder kommt da noch etwas?

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