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Gedankenspiele-Lesetipps vom 27-08-2014

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Gedankenspiele-Lesetipps vom 01-10-13

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Lektionen: Wenn Ausbildungseinrichtungen schlechte Pressemitteilungen versenden

Ich bekomme täglich viele Pressemitteilungen: Hervorragende, gute, mittelmäßige, schlechte und ganz grausame. Darüber rege ich mich nur noch ab und zu auf. Richtig nachdenklich werde ich, wenn diese Fehler gerade von arrivierten PR-Ausbildungsträgern gemacht werden. Kürzlich erhielt ich eine Pressemitteilung von einer der führenden PR-Institutionen, bei der alle Kontakte – aber wirklich alle – in das CC:-Feld reinkopiert waren. Kaum zu glauben. Hoffentlich vermitteln sie das nicht ihren Teilnehmern.

Für kräftiges Kopfschütteln hat bei mir auch die folgende Pressemitteilung von der Social Media Akademie gesorgt, die mich gestern erreichte. Gerade weil sie von einem Ausbildungsinstitut stammt, dessen Arbeit ich sehr schätze. Nur warum dann solch eine Pressemitteilung? Denn liebe Akademie, auch diese furchtbar traditionelle und wenig SoMe-haltige Medienarbeit via Pressemitteilungen gehört zu jedem Kommunikationshandwerk dazu. Aber machen wir uns einfach kurz über diese Pressemitteilung (siehe Bild) her.

Schlechtes Beispiel für PressemitteilungEin Titel, der in die Irre führt
Der Titel „1000 Online Marketing Manager werden gesucht“ hat mich wirklich neugierig gemacht. Und was fragt man sich da sofort: In welchen Bereichen wird denn gesucht? In welchen Unternehmen? Und natürlich auch, wo ist die Quelle für diese Aussage? Gab es vielleicht eine Studie, eine Umfrage, irgendetwas etwas? Schon jetzt bin ich bei dieser Pressemitteilung richtig verärgert. Denn sie bietet mir zu dieser Schlagzeile aber auch gar nichts. Es ist eine reine Behauptung, die im ersten Absatz nicht nur wiederholt wird, sondern auch noch mit „mehr als 1000 Online Marketing Manager gesucht“ verstärkt wird.

Ein erster Absatz, der keinen Beleg findet
Im ersten Absatz wird krampfhaft nach einem Ansatz gesucht; dazu wird – auch wenn sie diese Aussage im keinstem Umfang trägt – die Studie „Online-Marketing-Trends 2012“ von Absolit herangezogen. Dass diese Studie schon aus dem April ist, bleibt unerwähnt. Und die „92,8 Prozent der 727 befragten Unternehmen setzen auf Online-Marketing“ konnte ich bei meiner Recherche auch nicht finden. Mit diesem Prozentsatz ist höchstens die Aussage „92,8 Prozent der 727 befragten Unternehmen setzen auf die eigene Homepage zur Präsentation des Unternehmens“ verbunden. Vielleicht habe ich die Aussage nur nicht gefunden. Dass es bei dieser Studie – wie Absolit selbst schreibt – um onlineaffine Unternehmen handelt, wird auch nicht erwähnt. Denn damit verliert die Aussage natürlich weiter an allgemeingültiger Aussagekraft.

Diese Pressemitteilung wirkt auf mich als Empfänger so, als hätte man krampfhaft nach einem Aufhänger gesucht, um die Aussagen des Geschäftsführers unterzubringen, „dass erfolgreiches Online Marketing nur mit gut ausgebildeten Fachkräften möglich ist“ – was natürlich vollkommen richtig ist und von mir als Dozent in diesem Bereich nur unterstrichen werden kann.

Ein Termin, der schon neun Wochen zurückliegt
Ganz krude wird die Pressemitteilung, wenn im Anschluss noch auf die Themenwoche „Online Marketing“ hingewiesen wird, die in der KW 38 stattfindet. Nun lasst uns doch mal gemeinsam in den Kalender blicken – und welche Kalenderwoche kommt raus? Richtig, wir befinden uns bereits in KW 47. Jetzt bin ich erst recht als möglicher Berichterstatter sauer: Entweder wurde hier verdammt schlampig gearbeitet oder aber eine Pressemitteilung aus der Vergangenheit nochmals herausgezogen.

Online-Pressearbeit via Online-PR-PortaleDie Masse macht nur Fehler sichtbar
Ach ja: Klitzekleiner Tipp noch an den Pressemitteilungs-Versender: Bei solchen Fehlern darf man sich nicht wundern, wenn sie kein sauber recherchierendes Medium aufnehmen wird. Da bringt es nichts, wenn man sie massiv über die gesamten Online-Marketing-Portale wie presseanzeiger.de, nachrichten.net, presseschleuder.de (siehe Bild) streut. Übrigens ganz im Gegenteil: Denn erst so werden die Fehler noch sichtbarer.

Daher: Einfach beim nächsten Mal professioneller und sorgfältiger arbeiten. Dann klappt es auch mit der Medienansprache. Versprochen.

Lektionen: So spricht man keine Medien an

schlechte MedienanspracheKürzlich habe ich von einem PR-Beratungsunternehmen wieder das folgende Anschreiben erhalten – über das ich mich geärgert habe. Vor allem auch deshalb, da sich diese schlampigen, überheblichen, wenig durchdachten Anreden gegenüber Journalisten in letzter Zeit deutlich häufen. Und dazu erfolglos bleiben. Dazu fiel mir nur das folgende Antwortschreiben ein:

Lieber Herr Versender aus Leipzig,

ich glaube, Sie haben etwas grundlegend verwechselt: Medien wie auch das von Ihnen angeschriebene PR-Journal sind kein Publikationsservice, dem man einfach Pressemitteilungen zuschickt und die dann für die Publikation und am besten noch die Verbreitung über vorhandene zusätzliche Kanäle wie Newsletter, Twitter, Facebook, Google+ etc. sorgen. Als Kommunikationsberater sollten Sie eigentlich wissen, dass die Hoheit über eine Publikation immer noch beim Medium selbst liegt. Das heißt, Sie sollten Medien nicht Ihre Pressemeldungen aufdrängen. Vielmehr besteht Ihre Aufgabe darin, Themen den Medien anzubieten, die diese dann aufnehmen können – oder auch nicht. Auch dies gehört übrigens zu einem positiven, gesunden Verhältnis zwischen PR-Leuten auf der einen Seite und Journalisten oder Bloggern auf der anderen Seite.

Wie sollten Sie dies also beim nächsten Mal besser lösen, um keine Verärgerung bei Ihren Mittler-Zielgruppen mehr auszulösen? Ganz einfach. Sie erstellen ein kompaktes Anschreiben, in dem Sie nicht um die Publikation Ihrer Pressemitteilung bitten, sondern vielmehr in 1-2 Sätzen kompakt die Besonderheit Ihres Themas herausstellen. Auf diese Weise werde dann auch ich neugierig auf Ihren Beitrag sein.

Außerdem sollten Sie Ihre Pressemitteilung nicht als Anhang versenden – egal ob als Word- oder als PDF-Dokument –, sondern sie viel besser als Plain-Text in den E-Mail-Körper schreiben. Dies hatte ich bereits in einem anderen Gedankenspiel beschrieben. Denn dann kommt Ihr Text einerseits sicher an, andererseits können wir Ihren Text per Copy & Paste in unsere Redaktionssysteme übernehmen, den Text journalistisch überarbeiten und ihn dann publizieren, wenn er in das Redaktionskonzept passt. Und auf genau das wollen Sie doch sicherlich hinaus.

Vielleicht denken Sie gerade: Aber das weiß ich doch alles. Prima! Dann machen Sie es bitte beim nächsten Mal auch so. Allein um damit zur Förderung eines guten Verhältnisses zwischen PR-Branche und Medienvertretern beizutragen. Und dafür lohnt es sich doch, oder? Und wenn Sie davon noch nichts gehört haben, dann freue ich mich, Sie hoffentlich bald – Achtung Werbung! – in einem meiner Seminare begrüßen zu dürfen. Schließlich kann jeder aus solchen Fehlern lernen. Für heute aber verbleibe ich

mit den besten Grüßen aus Berlin 
Ihr Dominik Ruisinger

Lektionen: Auf die Betreffzeile kommt es an. Eigentlich.

Betreffzeilen in Pressemitteilungen wie auch in E-Mail-Newslettern sind das berühmte „A & O“. Sie bilden gemeinsam mit dem Absender den wirklichen Vertrauensanker. Sie machen neugierig auf die Inhalte. Sie erleichtern die schnelle Reaktion. Das heißt: Hier entscheidet sich sofort, ob der Journalist, Blogger oder einfache Abonnent sich tiefer mit der Nachricht beschäftigt oder sie per Klick ins virtuelle Nirvana befördert.

Nur ist diese bekannte News über die Betreffzeile als zentralem Erfolgsfaktor scheinbar noch nicht bei allen angekommen. Oder was will man wohl mit den folgenden Betreffzeilen bezwecken, die ich innerhalb der letzten Wochen erhalten habe (natürlich nur eine kleine Auswahl):

  • Es grünt so grün„. (nein, es hatte nichts mit Parteien zu tun)
  • Auf in den Orient“ (nein, das war kein Reisethema)
  • Bildstarker Ausstieg“ (ausgestiegen bin ich dann auch)
  • Ein weißer Maserati glänzt in Terminal 1“ (inkl. Mail-Einstellung auf höchste Priorität, super)
  • PRESSEMITTEILUNG: Hello again, boys!“ (nein, bye-bye)
  • Info“ (fast schon ein – negativer – Klassiker)
  • ….“ (leere Betreffzeile, auch sehr erfolgreich)

Hinzu kam noch der wunderbare, mit Preis zu krönende Absender „PR Praktikant“. Sehr vertrauenswürdig, wirklich.

Daher mein kleiner Hinweis: Es ist wirklich schön, wenn sich jeder viel Mühe mit seiner Pressemitteilung oder seinem Newsletter macht. Nur bei solchen Betreffzeilen – und vielen anderen mehr – ist solche Mühe dann gleich wieder für die Katz‘.

P.S.1: Fortsetzung folgt. Leider.

P.S.2: Weitere Grundlagen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gibt es übrigens auch in unserem Lehrbuch „Public Relations. Leitfaden für ein modernes Kommunikationsmanagement„, was im März 2013 in 2. Auflage erscheinen wird.

Lektionen: Schulnote 6 oder: So macht ein Presse-Newsletter keinen Sinn

vor ein paar Wochen hatte ich geschrieben, dass ich künftig hier im Blog regelmäßig Pressemitteilungen analysieren werde, die ungewollt wie unbestellt in meinem E-Mail-Postfach landen. Nicht dass jemand jetzt glaubt, dass ich seitdem keine mehr erhalten habe. Vielmehr habe ich auf so ein hübsches Exemplar richtig gewartet, das vor ein paar Tagen mein Postfach beglückt hat: Dieses Mal ein Presse-Newsletter von Tirol Presseteam.

Was ist denn ein Presse-Newsletter, werden vielleicht einige fragen? Ein Presse-Newsletter hat grundsätzlich die Funktion, speziell Journalisten im Vorfeld auf wichtige neue Themen oder kommende Veranstaltungen hinzuweisen. Die angebotenen Themen sollen Ideen anteasen und auf diese Weise den Journalisten zur weiteren Recherche verleiten. Wer dabei das Thema bereits über andere Wege kommuniziert (hat), ist wiederum als Thema für einen Presse-Newsletter „tot“. Ganz hervorragend macht das beispielsweise das französische Fremdenverkehrsamt, dessen Presse-Newsletter ich immer wieder gerne lese – und der sich übrigens hier abonnieren und natürlich auch einsehen lässt. Vorbildlich.

Presse-Newsletter Tirol

Weniger gut macht es dagegen – um in der Tourismus-Branche zu bleiben – das Presse Tirol Team. Nicht dass ich diesen Newsletter jemals bestellt habe oder mich als Journalist für unsere sympathischen Nachbarn interessiere. Diese Aspekte lassen wir jetzt mal großzügig beiseiten. Warum ich diesen Newsletter dennoch für das Blog ausgewählt habe, liegt an diesem grandiosen Mehrwert – Achtung Sarkasmus -, den Medienvertreter durch diesen in der aktuellen Juni-Ausgabe erhalten. „ÖSV-Adler am Adlerweg“. Mmmmm, auch wenn ich ja sportlich recht beschlagen bin – ich meine damit lesen und schreiben und hören -, so stelle ich mir bei diesem Text gleich mehrere Fragen:

a) Absender: Am Absender will ich eigentlich nichts herummäkeln. Eine Frage sei doch erlaubt: Warum bin ich denn plötzlich ein Monatsmedium? Ob da Adressen durcheinander gekommen sind?
Merke: Eine saubere Adresspflege ist die Voraussetzung für jede erfolgreiche Medienarbeit.

b) Betreff: Ist eine Betreff-Zeile „ÖSV-Adler am Adlerweg“ wirklich für deutsche Medien so adäquat? Natürlich nicht. Denn welcher deutsche Reisejournalist kann mit dem Begriff ÖSV und Adlerweg sofort etwas anfangen – gerade zur Sommerzeit. Übrigens: Dieses Problem rührt eindeutig davon, wenn man Monatsmedien aus dem DACH-Raum parallel anschreibt.
Merke: Segmentieren Sie besser beim nächsten Mal Ihre Adressen – in Österreichische Monatsmedien und sonstige Monatsmedien.

c) Thema: Ist das Thema Skispringer denn wirklich gerade so gut angesagt, wo doch der Sommer auch über Österreich reinschwappt? Natürlich nicht. Außerdem sollte auch bei unseren Nachbarn angekommen sein, dass gerade ein ganz anderer Sport auf der Themen-Agenda steht. Und der hat weder etwas mit Springen noch mit Wandern zu tun.
Merke: Berücksichtigen Sie beim Themensetting auch Jahreszeiten und Aktualitäten.

d) Timing: Ist denn eine Veranstaltung, die bereits bei Versand eine Woche vorbei war, wirklich ein Thema für einen Presse-Newsletter? Natürlich nicht. Ich wüsste nicht, wie sich Journalisten aus den jetzt bereit gestellten Fotos und Videos ein Thema basteln sollten.
Merke: Wenn eine Veranstaltung vorbei ist, müsste der Medienvertreter schon hochwertigen Content erhalten, um doch noch darüber zu berichten.

e) Mehrwert: Sollten nicht vielleicht noch weitere Themen die Vielfalt eines Presse-Newsletters erhöhen? Ja, auf jeden Fall. Schließlich würde dies den Mehrwert und damit auch die Chance erhöhen, vom Medienvertreter „erhört“ zu werden. Nur ist dieser Presse-Newsletter leider monothematisch.
Merke: Presse-Newsletter leben von der Vielfalt der integrierten Themen.

Liebes Presseteam: Dieser Newsletter erhält von mir ganz klar die Schulnote 6 – und das heißt „Leider sitzen geblieben“. Das Gute daran: Er wird mich trotzdem nicht an weiteren Reisen ins Tirol hindern. Dazu ist euer Land viel zu schön.

Presse-Newsletter Tirol abbestellenAch ja: Falls die Frage kommt, ob dieser Newsletter vielleicht gar nicht als Presse-Newsletter sondern als ganz normaler Newsletter angelegt ist, dann muss ich gleich widersprechen. Wer auf den „Abbestell-Link“ klickt, findet auf der nächsten Seite – und immerhin dies läuft perfekt – den Hinweis auf den Presse-Newsletter.

Lektionen: Die Fehleranalyse zur Pressemitteilung

Wie viele andere erhalte auch ich regelmäßig Pressemitteilungen. Heute beispielsweise von Tchibo, British Airways, einer Versicherung und einem Sonnenstudio. Schön wäre es, wenn ich diese bestellt und gewollt hätte, oder wenn sie zumindest zu den Themen passen würden, mit denen ich mich beschäftige und über die ich gerne mal schreibe. Aber sie erreichen mich ziemlich wahl- und planlos.

Nun: Damit die Mühe, mir eine Pressemitteilung per E-Mail zu schicken, nicht ganz umsonst war, werde ich künftig einige dieser Pressemitteilungen auf ihre Schwächen hin analysieren. Damit erhalten die Versender indirekt doch einen Mehrwert: Zwar keine „Publikation“ und erst recht kein „über ein Belegexemplar Ihrer Publikation würden wir uns freuen“; aber zumindest gibt es kostenlose Tipps, wie sie es beim nächsten Mal besser machen könnten.

Am vergangenen Donnerstag erreichte mich dieses Prachtstück. Doch gehen wir die Kritikpunkte einfach mal durch:

Misslungene Pressemitteilung

Empfänger: Pressemitteilungen machen nur Sinn, wenn sie an Journalisten, Blogger, Multiplikatoren gehen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Ansonsten ist der Versand wertlos. Man könnte sogar durchaus von „Spam“ sprechen. Der Versender dieser Pressemitteilung hat die Empfänger in das „BCC-Feld“ gepackt, so dass niemand den Verteiler sehen kann. Das ist auch prima. An der Tatsache, dass auch mir diese Pressemitteilung zusendet wurde, kann ich gleichzeitig erkennen, dass dieser Verteiler nicht sehr „spitz“ ist, sondern die Pressemitteilung eher wahllos versendet wurde. Vielleicht bin ich ja auch nur eine negative Ausnahme …
Tipp: Schneiden Sie Presseverteiler stets sauber auf Ihre Zielgruppen zu.

Datum: Eine Pressemitteilung um 17:01 Uhr zu versenden, ist nicht gerade die glücklichste Entscheidung. Ausnahme: Es handelt sich um eine wirkliche Eilmeldung. Doch dies ist hier nicht der Fall. Warum? Um diese Zeit sind bei Tagesmedien die Redakteure mit der Endredaktion beschäftigt, sonstige Medienvertreter und Kommentatoren werden sich zu diesem späten Zeitpunkt eher anderen Themen oder der Abend-Beschäftigung zuwenden.
Tipp: Ziehen Sie den Versand entweder vor, oder verlegen Sie ihn auf den nächsten Morgen.

Betreff: Der Betreff ist kurz. Das ist prima. Der Begriff „Pressemitteilung“ ließe sich sogar noch streichen bzw. auf „PM“ verkürzen. Das ist aber eher nebensächlich. Etwas verwunderlich wirkt dagegen die Datumsangabe: 24.04.2012. Die Pressemitteilung habe ich nämlich erst am 26.04. erhalten. Dies signalisiert mir schon: Die Sache ist bereits zwei Tage alt. Warum sollte ich mich jetzt noch damit auseinandersetzen? Und das in Zeiten von Social Media, wo – relevante – Themen sich selbst ihre Verbreitungswege suchen?
Tipp: Spätestens am Morgen nach der Veranstaltung muss die Pressemitteilung raus.

Titel: Der Titel „Bericht und Zitate der Tagung „Impfschutz für alle“ – Nachholbedarf bei Migranten“ ist wenig griffig sondern eher umständlich. Hier wäre es die Aufgabe gewesen, einen klaren Titel sowie einen verständlichen Untertitel zu formulieren. Dieser sollte die Kernaussage der Tagung beinhalten. Auch die Ministerin sollte hier umbedingt erwähnt werden, um der Pressemitteilung nach außen mehr Gewicht zu verleihen.

Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist eine hübsch-förmliche Anrede. In einer Pressemitteilung an sie aber nichts zu suchen. (Immerhin wurde sie in der angehängten Pressemitteilung gestrichen.) Hier sind die berühmten 7 W-Fragen zu beantworten. Nur so kann der Empfänger schnell entscheiden, ob dieses Thema für ihn von Relevanz ist – oder nicht.
Tipp: Kommen Sie besser sofort zum Punkt.

Schreibstil: Pressemitteilungen sollten leicht verständlich geschrieben werden. Dazu zählt auch, dass Bandwurm-Sätze u.ä. vermieden werden sollten. Der erste Satz in dieser Pressemitteilung geht schon mal über 40 Wörter – und müsste dringend verkürzt werden.
Tipp: Versuchen Sie deutlich kompakter zu formulieren.

Gestaltung: Schon bei meiner letzten Analyse hatte ich es erwähnt: Eine Pressemitteilung im HTML-Format erhöht die Gefahr, dass sie von den immer strenger eingestellten Filtern der Server blockiert wird. Zudem ist die Wahl des HTML-Formats hier unnötig: Denn außer der Festung im Titel und der farbigen Markierung der Namen besteht der Text aus „Plain-Text“. Außerdem: Wie heißt es so schön: „Das Auge liest mit“. Statt der Farbgebung sollte hier vielmehr mit Absätzen gearbeitet werden. Auf diese Weise wird aus der bisherigen „Bleiwüste“ ein Text erstellt, der Lust auf das Lesen macht. Auch dies gehört zu einer Pressemitteilung.
Tipp: Erhöhen Sie die Lesbarkeit durch Absätze.

Attachment: Der Versender hat der E-Mail die Pressemitteilung auch noch als PDF-Dokument beigefügt. Warum? Die Zeiten, dass Journalisten Pressemitteilungen abspeicherten – dazu war das PDF-Format sehr geeignet -, sind lange vorbei. Stattdessen erhöht jedes Attachment die Chance, dass die Pressemitteilung von Filtern geblockt wird. Dies gilt auch für die beiden zwischen 1 bis 2 MB großen Bildern. Dabei wäre es doch viel einfacher gewesen: Die Bilder in den Pressebereich hochladen und von der Pressemitteilung einen direkten Link setzen. Positiver Nebeneffekt: Jeder Journalist und Multiplikator könnte selbst entscheiden, welches Bild in welchem Format für ihn in Frage kommt. Auch weitere Dateien rund um die Veranstaltung – Portraits der Teilnehmer, Redenprotokolle, Hintergrundberichte, Statistiken, Studien etc. – ließen sich prima mitarbeiten.
Tipp: Arbeiten Sie vermehrt mit Links in den Online-Pressebereich.

Dies sollen einige Tipps sein, wie die Versender es beim nächsten Mal etwas besser machen könnten. Noch ein wichtiger Tipp: Streichen Sie mich aus diesen Verteilern. Im positiven Fall wird die Pressemitteilung gelöscht, im negativen Fall landet sie hier im Blog oder per Beamer im Unterricht mit PR-Studierenden zum Thema „schlechte Beispiele“. Und da will doch niemand hängen, oder?

Lektionen: Die Anrede zur Pressemitteilung

Wie ich ja bereits kürzlich berichtet habe, erhalte ich fast täglich und stets ungewollt Pressemitteilungen – und dies zu den unterschiedlichsten Themen. Heute landete mal wieder die Ankündigung des Konzertes eines mir unbekannten italienischen Musikers in meinem E-Mail-Postfach – mit Bitte um Ankündigung und Besprechung. Diesen Versand will ich heute mal wieder zum Anlass nehmen, um ein wenig „Nachhilfe“ in Sachen Ansprache von Journalisten zu geben.

So sollte die Anrede zur Pressemitteilung nicht aussehen1) Der Verteiler: Pressemitteilungen zu versenden macht nur dann wirklich Sinn, wenn diese an einen klar definierten Presseverteiler gehen. Hier geht es nicht um Versandmasse sondern um Empfängerrelevanz. Das heißt: Pressemitteilungen sollten nur an Journalisten und Multiplier versendet werden, die sich wirklich mit diesem Thema auseinandersetzen. Dies setzt natürlich Recherche und eine regelmäßige Pflege von Verteilern voraus. Beispielsweise bin ich sicherlich der falsche Empfänger, da mein letzter Beitrag über das Thema Kultur ca. 20 Jahre zurückreicht. Daher werte ich diese E-Mail als klaren „Spam„, da es sich um eine unerwünschte und nicht akzeptierte Mail handelt. Wichtige Stufen zum korrekten Aufbau eines Presseverteilers lassen sich übrigens u.a. im PR-Agentur-Blog nachlesen.

2) Das Format: Wer einen Blick auf diese Ankündigung wirft, findet sich sofort in einem wirren Durcheinander aus Farben, Formaten, Schriftgrößen wieder. Dies erschwert die Lesbarkeit und zeigt ein Bild fehlender Professionalität. Eigentlich sollte jeder wissen, dass man Pressemitteilungen am besten im puren Nur-Text-Format schreibt. Dann ist sie für alle leicht lesbar, einfach kopierbar und verwendbar und landet zudem auf Grund der geringen Dokumentengröße in keinem Spamfilter. Unsere Pressemitteilung hier wird dagegen mit Sicherheit schon auf Server-Seite von vielen Medien geblockt.

3) Den Aufbau: Jeder Empfänger sollte sofort aus der E-Mail den Inhalt und die Absicht herauslesen können. Schließlich bekommen Journalisten im Schnitt knapp 50 Pressemitteilungen pro Tag. Ihre schnelle Entscheidung – relevant oder nicht – sollte durch einen klaren Aufbau erleichtert werden. Und hier? Verwirrung macht sich breit – auch durch das oben erwähnte Format und die fehlenden Absätze. Hier benötigt es keinen Usability-Test, um zu beweisen, dass kaum ein Journalist die noch so gut gemeinte Absicht erkennen wird.

4) Die Sprache: Ich lese im Ankündigungstext – ja, ich habe ihn wirklich gelesen – von „Der schillerndste und vielseitigste Musiker Italiens …“. Ich möchte nicht mich als Maßstab nehmen, der von diesem Musiker noch nichts gehört hat. Doch bei dem Begriff „schillerndste und vielseitigste Musiker Italiens“, denken wir da nicht eher an Eros Ramazzotti, Lucio Dalla, Gianna Nannini, Andrea Bocelli oder Paolo Conte? Das heißt, wir sprechen hier über Meinung. Und die hat in der Pressearbeit überhaupt nichts zu suchen. Genauso wenig wie jegliche Art von Superlativen. Also bitte „schillerndste und vielseitigste“ – alles sofort streichen.

5) Die Anhängsel: Ein Pressetext mit 424 KB, ein Foto mit 289 KB – ich hätte mich schwer geärgert, hätte ich diese Pressemitteilung über mein Mobiltelefon abgerufen. Und genau das machen viele Journalisten. Will der Versender beim Empfänger wirklich diesen Ärger verursachen? Ansonsten: Was soll ich mit einem Bild von 289 KB anfangen, wenn ich beispielsweise für ein Print-Medium schreiben würde? Dafür ist es zu klein. Außerdem würden meine Kollegen dann vielleicht dasselbe Bild verwenden. Nicht schön in Zeiten von Exklusivität. Und der Pressetext als PDF-Dokument ist unglücklich. Wie soll ich da denn die Informationen rauskopieren? Das wird verdammt mühsam, denn ein „Copy & Paste“ liefert mir vor allem Schmutzzeichen mit. Auch nicht schön. Viel einfacher wäre es gewesen, wenn die Versender die Pressemitteilung direkt in die Mail reinkopiert und zudem die Bilder von der Homepage aus verlinkt hätten. Auf diese Weise kann jeder Interessierte selbst über Informationstiefe und Bildauswahl entscheiden. Das wäre eine wirklich sinnvolle Push-Pull-Kombination.

Und die Pressemitteilung selbst: Ach, da warte ich auf die nächste Pressemitteilung, die ich wieder ungewollt erhalte. Denn dass dies passieren wird, daran habe ich mich schon lange gewöhnen müssen. Leider.

Übrigens: Wie professionelle Medienarbeit funktioniert, das zeige ich mit einem Kollegen zusammen bei unseren individuellen PR-Trainings – Seminar, Webinar, Coaching. Weitere Infos dazu unter www.pr-trainings.de.

Auf der Suche nach der professionellen Medienarbeit

Liebe beauftragte PR-Agentur, liebes beauftragende Unternehmen,

wenn Sie Journalisten und Bloggern Pressemitteilungen schreiben, dann sollten Sie stets Wert auf Professionalität legen. Dazu gehört auch ein klares Intro in der Mail, über was es in dieser Pressemitteilung geht. Beschreibung des Intro zu einer Pressemitteilung einer Tourismus-OrganisationWetters, der Landschaft und des Vogel-Lebens ist zwar hübsch zu lesen, hat aber hier wirklich nichts zu suchen. Noch besser wäre es übrigens gewesen, wenn Sie die Pressemitteilung gleich in die Mail gesetzt hätten und auf dieses Intro ganz verzichtet hätten. So geht es auf jeden Fall gar nicht.

Wenn ich dieses Intro und Ihre beigefügte Pressemitteilung lese, dann verstehe ich schon, warum wir das Coaching-Projekt PR-Trainings einst entwickelt haben und es bis heute notwendig ist. Vielleicht wäre das ja auch was für Sie.

Ansonsten werde ich mir Gedanken machen müssen, ob ich in diesem Blog nicht eine kleine Serie über die richtige Redaktion und den korrekten Versand von Pressemitteilungen beginnen sollte – gerade in unserer heutigen Social Media Welt.

Beste Grüße Ihr

Dominik Ruisinger

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