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Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 25. März 2013

Nachdem ich die letzten 14 Tage zwischen Seminaren, Coachings, Kongress- und Konferenz-Vorbereitungen viel unterwegs war, komme ich erst jetzt zu einigen Lesetipps, die ich wieder gerne weiterempfehle.

Trends von der SXSW
Einen spannenden Beitrag hat Ulrike Langer von der weltgrößten Digitalkonferenz SXSW – ja, da wollte ich auch hin – mitgebracht: Sie macht sich Gedanken, welche Trends das Festival dieses Jahr hervorgebracht hat – und stößt dabei auf die verändernde Konzepte von Raum und Zeit.

Auf dem Weg zum Social Business
Sehr spannend ist der ein paar Tage alte Beitrag von Brian Solis, in dem er die 6 Stufen der Social Business Transformation aufzeigt. Und wenn man richtig überlegt: Mehr als Stufe 3 dürften bislang die wenigsten Unternehmen erreicht haben. Viele werden schon glücklich sein, überhaupt Stufe 2 erreicht zu haben.

Die Zeit nach dem Google Reader
So viel wie noch nie wurde in den letzten zwei Wochen über RSS geschrieben – nachdem Google das Ende des zumindest bei Online Relations Fachleuten beliebten Google Readers angekündigt hat. Klaus Eck hat einen passenden, wunderbar unaufgeregten Beitrag dazu geschrieben, wie sich RSS weiterhin nutzen lässt. Eines ist sicher: In diesem Bereich wird sich in den nächsten Monaten einiges tun.

Deutschland wird mobiler
Dass im Digitalen Deutschland immer stärker alles mobil passiert, zeigt die neue comScore-Studie „2013 Future in Focus – Digitales Deutschland Report“. Danach waren 12/2012 51% der Handys Smartphones und haben 14% der deutschen Smartphone-Nutzer 12/2012 Produkte oder Services via Smartphone erworben.

Berufsbild Social Media Manager
Nina Kalmeyer hat sich das Berufsbild des Social Media Managers angesehen und wundert sich, warum – wie in einer aktuellen BITKOM-Studie – nur das Aufgabengebiet der Unternehmenskommunikation in die sozialen Medien gehoben wird. Die Aufgabe bedeutet eigentlich viel mehr. Das kann ich als Studienleiter für die Ausbildung zum Social Media Manager nur unterstreichen.

Berufsbild Social Media Experte
Was macht diese „Social Media Experten“ eigentlich aus? Daniel Schöberl schreibt: Wichtiger als Prüfungen, Verifizierungen und Bezeichnungen sei es, „dass sich die jeweiligen Personen ständig neu von der rasanten Entwicklung des Social Webs begeistern lassen und authentisch netzwerken, gemischt mit einer großen Portion Spaß.“ Das ist verdammt wahr.

Kundenservice im Social Web
Ich bin zwar kein großer Freund von Beiträgen à la „14 Tipps zum Glücklichsein“ u.ä.. Aber die 66 Tipps, die Christian Müller in der Karrierebibel zum Thema Kundenservice via Social Media niedergeschrieben hat, kann ich jedem Unternehmen nur als dringenden Lesestoff empfehlen.

Der Weg zum Corporate Blog
Da ich im Verlauf der letzten Seminare und Vorträge viel über die Bedeutung von Blogs gesprochen habe, passt dieser Beitrag ganz prima ins Thema: Die bekannte Bloggerin Heidi Cohen gibt eine hervorragende Anleitung, wie man sein eigenes Blog starten sollte.

Richtig verlinken leicht gemacht
Tobias Gillen hat sich die Mühe gemacht, einfach verständlich aufzuzeigen, wie Nachrichtenportale – aber auch andere – korrekt auf Beiträge in den sozialen Medien verlinken sollten. Gerade die klassischen Medien haben da doch so ihre Problemchen ;-).

Sind die aktuellen Pinterest-Zahlen wirklich so eindrucksvoll? Ich weiß nicht.

In den letzten Tagen und Wochen haben sich die Beiträge gehäuft, die das Wachstum des neuen Social Media Lieblings Pinterest preisen. Dies ist bei aktuell 21 Mio. Nutzern weltweit und 17 Minuten durchschnittlicher Verweildauer auch kein Wunder. Diese Beiträge werden meist mit Grafiken illustriert – wie hier und hier, die dann wiederum gerne bei Pinterest selbst gesammelt werden – wie natürlich auch bei mir.

comScore Pinterest May 2011 to January 2012Diese Lobhymnen beziehen sich nicht nur auf das Heimatland USA, sondern auch auf Deutschland. 3.000 Prozent Wachstum für das neue Wunderkind seit Mai 2011 hieß es in den letzten Tagen – ob bei Ethority, im lesenswerten Blog „Ungedruckt“ der Wirtschaftswoche oder bei den geschätzten Kollegen von Social Media Statistiken.

Zahlen lassen sich bekanntlicherweise vielfältig interpretieren. Und auch wenn ich die europäischen comScore Zahlen in der eingefügten Grafik keinerlei in Zweifel ziehen will, stellen sich mir als Sozialwissenschaftler bei der Interpretation doch einige Fragen.

  • Zahlen: 67.000 Unique Visitors weist comScore für Deutschland aus. Das ist – verglichen selbst mit den vielen sich dem Ende zuneigenden deutschen Sozialen Netzwerken – nicht wirklich viel. In den USA ist dies bei 12 Mio. Unique Visitors etwas anderes. Dort ist Pinterest aber auch seit rund zwei Jahren online und gerade unter Frauen (82% Anteil) bekannt wie beliebt.
    Fazit: Von einer rasanten Erfolgsgeschichte kann man sicherlich für den amerikanischen Heimatmarkt sprechen; bei uns bleibt es derzeit (noch) ein Treff der Multiplikatoren und Early Adopter.
  • Wachstum: Natürlich klingt das Wachstum immer dann am größten, wenn man sich den Anfangspunkt heraussucht, als Pinterest in Deutschland noch über keinerlei Bekanntheit verfügte. Ein Blick auf die Grafik verdeutlicht dies: Würde man das Anfangsdatum nur um vier Monate in den September verschieben, würden die 3.000 Prozent auf wenige Prozente zusammenfallen. Nein, das soll nicht heißen, dass hier manipuliert wird. Nur lassen sich auf diese Weise Statistiken besonders eindrucksvoll ausweisen – wie dies beispielsweise auch Bankberater beim Anpreisen der Wachstumsraten von Aktien und Fonds gerne machen.
    Fazit: Von einem aktuell sehr hohen Pinterest-Wachstum in Deutschland zu sprechen, lässt sich auf jeden Fall mit dieser Statistik nicht nachweisen.
  • Trend: Wer die fünf Länder in Pinterest-Frühstarter und -Spätstarter einteilt, kommt bei der obigen Grafik auf ein weiteres spannendes Ergebnis: Während Deutschland, Italien und Spanien ein relativ kontinuierliches Wachstum bei der Pinterest-Nutzung verzeichnen, setzte die Begeisterung in Frankreich und vor allem in Großbritannien früh(er) ein und stieg enorm an. Sie fiel aber auch Ende des Jahres 2011 wieder stark in sich zusammen. Bedeutet dies, dass dort bereits eine „Pinterest-Fatigue“ eingekehrt ist? Sehen die Leute sich dort schon satt an Bildern? Zudem lässt sich auch nicht verleugnen, dass das Suchvolumen nach Pinterest auch in Deutschland in den letzten Wochen zurückgegangen ist, wie Google Insights unten verdeutlicht.
    Fazit: Von einer weiter wachsenden Pinterest-Begeisterung zu schreiben – wie die Wachstumsprozente über den fünf europäischen Ländern vermitteln sollen, ist so nicht haltbar.

Google Suchvolumen nach Pinterest in DeutschlandUm es deutlich zu sagen: Ich selbst bin ein absoluter Fan von Pinterest. Zudem zeigen mir viele Gespräche, dass diese Begeisterung in der nächsten Zeit weiter ansteigen wird. Das ist mein persönliches Gefühl. Nur geht es mir auch darum, Entwicklungen etwas genauer zu beobachten und dazu vorliegende Zahlen und Daten etwas zu analysieren.

Oder habe ich die vorliegenden Zahlen falsch gedeutet?

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