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Digitales Wissen (11): Erfolgsfaktoren für Content-Bindung und Content-Strategie

Wie sollten Inhalte beschaffen sein, damit sie innerhalb einer Content-Strategie wahrgenommen werden? Und welche Aspekte sollten besonders beachtet werden? Diese Fragen sind vielfach Themen meiner Seminare und Trainings. Vor diesem Hintergrund habe ich 7 wesentliche Erfolgsfaktoren aus meinem neuen Buch „Die digitale Kommunikationsstrategie“ kompakt aufgegriffen, gekürzt und angepasst – als Anregung für die eigene Arbeit. Wenn etwas fehlt, gerne ergänzen.

1. Relevanz

Im heutigem Content-Überangebot, der von vielen als Content-Shock empfunden wird, haben nur Inhalte eine Chance, wahrgenommen zu werden, wenn sie wirklich relevant sind. Mit diesem Zauberwort ist stets Relevanz aus Sicht der Stakeholder gemeint, nicht aus Sicht der Organisation. Schließlich muss Content für Stakeholder einen Mehrwert haben, ein aktuelles Bedürfnis befriedigen, sie zum richtigen Zeitpunkt erreichen und zwar genau dort, wo sie sich gerade aufhalten. Dieser muss ihnen helfen können, ein Problem zu lösen, dringende Fragen zu beantworten, neues Fachwissen oder ergänzende Informationen zu erhalten oder ein Servicebedürfnis zu befriedigen.

Nur wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Bedürfnis vom Unternehmen erkannt wird und sie ernst genommen werden, lassen sie sich überzeugen und binden – mittel- wie langfristig. Relevanz wird damit zum zentralen und wichtigsten Content-Qualitätsfaktor und zur Kernvoraussetzung für Interaktion und Reichweite. Fehlt dieser dagegen, werden selbst stark gepushte Beiträge keine Sichtbarkeit erhalten, auf kein Interesse stoßen, keine Chance auf eine virale Verbreitung haben.

2. Expertenwissen

Organisationen sollten sich über dieses Themensetting als Experten zeigen und zum kompetenten Sprachrohr eines Themas werden – ob über eine themenspezifische Microsite, ein glaubwürdiges Fachblog, einen regelmäßigen Podcast oder repräsentative Online-Studien und Analysen zum Kerngebiet. Auf Basis eines ausführlichen Content-Audits lassen sich Themen identifizieren, welche die Organisation glaubwürdig besetzen kann und die weit über die pure Vermittlung der Kernbotschaften und der zentralen Unternehmensaussagen hinausgehen. Sie kann Wissen zu ihren fachlichen Kernthemen vermitteln, spezielle Serviceangebote bieten oder Dialogsituationen kreieren – also eine wirkliche Themenstrategie entwickeln.

Solch ein Themensetting kann ihr verhelfen, in der Fülle der Informationen eine Sichtbarkeit zu erreichen. Denn wer Themen setzt und Positionen darlegt, bestimmt den Diskurs und schafft Präsenz; wer sich als Opinion Leader etabliert, gewinnt an Deutungskompetenz im Meinungsmarkt und verschafft sich kommunikative Wettbewerbsvorteile.

3. Geschichten

Storytelling kehrt dabei das Innerste der Organisation nach außen und inszeniert es in Form von authentischen, glaubwürdigen, emotionalen Geschichten, um Informationen bei Bezugsgruppen besser verständlich zu machen und langfristig haften zu lassen. Jedes Unternehmen verfügt über zahlreiche Geschichten. Nur müsste es an jedem Berührungspunkt mit ihren Zielgruppen eine emotionale Geschichte erzählen, erklärt Coca-Cola die Strategie des „User Empowerment“ in zwei hervorragenden Videos.

Gleichzeitig kann ein Storytelling in digitalen Zeiten nur dann gelingen, wenn es zur Interaktion motiviert. Schließlich will das Unternehmen mit seinen Geschichten nicht nur emotionalisieren, sondern vielmehr Awareness erreichen, zu einer Aktion verführen – ob Website-Klick, Newsletter-Abonnement, Online-Bewerbung, Whitepaper- und App-Download, Produktkauf oder zumindest relevanten Traffic. Folglich geht es auch im Storytelling um anschlussfähige Geschichten, die Leser anregen, bei ihnen konkrete Aktionen auslösen sollen, sie zum Handeln auffordern. Sie sollen auch zum Teil der Geschichte werden, indem sie sie „weitererzählen, ändern, uminterpretieren und so zu ihrer eigenen machen. Das ist der Weg vom Storytelling zum Storydoing“, schreibt Hilkka Zebothsen, Chefredakteurin des Magazins pressesprecher.

 4. Weitererzähl-Potenzial

Gerade im digitalen Bereich kommt es nicht nur darauf an, kreative Geschichten zu entwickeln, auf kleinere wie größere Zielgruppen zuzuschneiden und diese zu kommunizieren. Auch ist nicht allein eine aufregende und authentische Story mit spannender Dramaturgie und Resonanzpotenzial direkt eine Erfolgsgeschichte. Vielmehr muss sie ein Weitererzähl-Potenzial in sich bergen.

Vor allem sollte sie sich in einer Art und Weise weitererzählen lassen, dass man das glaubwürdige Engagement der Organisation zu spüren bekommt. Erst dann werden die Botschaften der Geschichte intensiv wahrgenommen und von den klassischen Medien wie innerhalb von Netzwerken und Online-Plattformen weiter verbreitet. Dies gelingt insbesondere dann, wenn sich User aktivieren, in die Prozesse mit einbeziehen lassen und damit zu authentischen Beteiligten der Kommunikation, zu Influencern und Multiplikatoren werden.

5. Transparenz

Spätestens seit dem Siegeszug des Social Web müssen Unternehmen transparent, offen und echt agieren. Verdeckte Operationen, geschönte Beiträge, gefälschte Kommentare, falsche Accounts werden in der Regel schnell entlarvt und können das Image eines Unternehmens nachhaltig beschädigen – auch in der Nicht-Online-Welt. Nutzer erwarten hinter Unternehmen stattdessen echte Personen, mit denen sie wirklichen Kontakt aufnehmen und in einen vertrauensvollen Dialog treten können.

Sie wünschen ebenso, dass Unternehmen durch den Dialog aus Fehlern lernen, diese revidieren und ihren Lerneffekt offen und öffentlich kommunizieren. Unternehmen sollten daher Dialoge aufnehmen, ihre Kompetenz und ihr Engagement zeigen, zu Fehlern stehen und transparent und authentisch agieren.

6. Mut

Wenn abgesehen von der Webseite, von der E-Mail, von Facebook, YouTube und Instagram noch immer viele Kommunikationskanäle nicht im hiesigen Breitenpublikum angekommen sind, verdeutlicht dies gleichzeitig die noch vorhandenen Chancen. Wer mit einer klaren Strategie und wertvollem, an Nutzerbedürfnissen orientiertem Content bewusst auf ein Corporate Blog setzt, einen E-Mail-Newsletter mit fachlichem Mehrwert aufbaut, Service-Angebote via WhatsApp und Facebook Messenger anbietet oder die neuen Publikationschancen wie LinkedIn Pulse, Medium oder Facebook Instant Articles nutzt, eröffnet sich die Chance, innerhalb seiner eigenen Branche eine hohe Sichtbarkeit zu erreichen: Als Vorreiter, als Innovator, als Themensetter.

Marken sollten dies als Chance begreifen, mit eigenen Accounts bei den Zielgruppen positiv aufzufallen – stets in Abstimmung mit der eigenen Unternehmens- und digitalen Kommunikationsstrategie. Bei diesem Aspekt kommt es stark auf den Mut der Organisationen an, vorhandene Plattformen – ob zur visuellen Kommunikation, zur mobilen Ansprache oder für Location Based Services – auszuprobieren und mit ihnen zu experimentieren. Solange sie von der Konkurrenz noch nicht stark besetzt sind, können sie sich zu einem Alleinstellungsmerkmal entwickeln, die der Kommunikation der eigenen Marke wiederum zugutekommt.

7. Kontinuität

Vom Start an muss das Unternehmen oder die Institution für adäquaten Content sorgen, Gespräche führen, Nutzer motivieren und vor allem auf sie reagieren – und dies kontinuierlich, in positiven wie in negativen Momenten. Es ist durchaus hilfreich, Schritt für Schritt mit den gewählten Kommunikationskanälen zu starten und sie nach und nach mit Inhalten zu füllen. Schließlich will niemand auf Kanäle treffen, auf denen noch (fast) keine Inhalte zu finden sind. Eine User-Bindung ließe sich auf jeden Fall nicht erreichen. Vielmehr sollte das Unternehmen seine ersten Versuche starten, langsam Content aufbauen, erste Dialoge initiieren, andere Unternehmen beobachten und so langsam als neues Mitglied in den gewählten Kanälen wahrgenommen zu werden. Erst wenn die ersten Kanäle professionell geführt sind und problemlos funktionieren, kann das Unternehmen die nächste digitale Plattform in ihre Innen- oder Außenkommunikation integrieren.

Auch bei diesem Step-by-Step-Eintritt müssen sich Unternehmen als ein einheitliches Gebilde darstellen, deren Kommunikationspräsenzen nicht völlig divergierende Bilder zeichnen. Und dies selbst dann, wenn sich Unternehmen von ihrer bisherigen strikten One-Voice-Policy etwas gelöst haben. Für solch einen einheitlichen Kommunikationsstrang sollten die Kanäle eng miteinander vernetzt sein, wobei jeder Kanal stets einen eigenen Zweck erfüllen und das gewählte Thema für die Zielgruppe individuell erzählen muss.

Bisherige Beiträge in der Serie „Digitales Wissen“

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Fachbuch "Die digitale Kommunikationsstrategie" im digitalen Zeitalter. Von Dominik Ruisinger.

Hinweis: Dieser stark angepasste „Ausflug“ entstammt meinem neuen Buch: „Die digitale Kommunikationsstrategie. Praxis-Leitfaden für Unternehmen. Mit Case Studys und Expertenbeiträgen. Für eine Kommunikation in digitalen Zeiten.“ Weitere Infos zum Buch, Hintergründe zur Entstehung des Leitfadens, Vorstellung der Gastautoren und verwendete Studien, Bestellung von Rezensions-exemplaren sowie ein Link zur Buchbestellung finden sich hier.

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Fünf Youtube-Videos zu meiner persönlichen Berlinale

Heute startet in Berlin die Berlinale. Passend zum Start des Internationalen Filmfestivals habe ich selbst fünf Videos ausgewählt, die ich in den letzten vier Wochen verdammt preiswürdig fand und die ich gerne mit einem Goldenen oder Silberne Bären küren würde. Ich habe sie zum Teil schon in anderen Beiträgen auf Facebook oder Google+ verlinkt. Doch wer sie noch nicht kennt, wird sie jetzt mit neuen Filmtiteln kennenlernen. Und fehlt jemand bei diesem klitzekleinen Festival?

Der Flug der Liebe
Liebe auf den ersten Blick, der brutale Verlust, der Kampf, die bösen Gegner, die ausweglose Suche, die völlige Verzweiflung, fast schon kullernde Tränen und dann – ach, ist das wundervoll – das Happy End: All diese Emotionen aus dem richtigen Leben transportiert dieser unglaublich schön animierte Disney-Kurzfilm „Paperman“. Der Romantiker in mir schmelzt dahin …

Tod auf der Rennstrecke
Ist schon der erste Film ein famoses Beispiel für Storytelling, so trägt diese zweite Geschichte ebenfalls alle Facetten der Kunst in sich, über Unternehmen bewegende Geschichten zu entwickeln. McLaren erzählt die Geschichte vom Helden, der kämpft, aufsteigt, an sich arbeitet, sein Team aufbaut, alles gibt, jedes Detail perfektioniert, begeistert, dramatisch stirbt und doch etwas wichtiges für die Zeit nach ihm hinterlässt. Nicht nur für Renn-Fans ein Muss. (via @tpemurphy)

Drama um den roten Knopf
Schon mit dem ersten Film April 2012 gelang dem Sender TNT in Belgien ein Youtube-Ereignis: Über 43 Millionen User mussten „live“ erleben, was passiert, wenn ein ahnungsloser Passant unachtsam auf den roten Knopf drückt. Zum Launch in den Niederlanden ist der TV-Sender jetzt ausgezogen, auch dort in einem kleinen Dorf die Menschen mit wirklichem Reality-TV aufzuwühlen. Und es scheint bei bislang über 5 Millionen zu gelingen, wenn auch die große Überraschung des ersten Mals natürlich vorbei ist.

Der Dicke und der Zucker
Coca Cola gilt insbesondere auch durch ihre publizierte Content Strategie und die ersten sichtbaren Züge in der neuen Unternehmens-Webseite als Vorreiter im Bereich Content Marketing. Dass selbst Profis manchmal nicht ganz alles bedenken, schlägt sich jetzt in diesem Video wieder, in der ein (noch immer?) unbekannter Nutzer die aktuelle Coca-Cola Werbekampagne „Coming Together“ mit Hinweisen persifliert, wie stark Coca-Cola doch der Gesundheit schädigt. Das Ergebnis: „The Honest Coca Cola Commercial“ (via @schwerdtblog)

50 minus 1 gleich 49
Samsung scheint sich langsam einen wirklich Spaß daraus zu machen, das Thema Urheberverletzungen und Urheberrecht auf die Schippe zu nehmen – also Themen, bei denen es gerade mit Konkurrent Apple immer wieder aneinander gerät. Zumindest ist dieser Spot aus den USA ein ganz großer Spaß. Denn was macht man wohl, wenn man weder Super Bowl noch San Francisco 49er noch Baltimore Ravens in einem Spot aussprechen darf? Man ist kreativ – und verdammt frech.

Gedankenspiele zu Online Relations vom 20. November

Unternehmen als Medien
Coca-Colas neue Website war sicherlich eines der Top-Themen der vergangenen Woche. Ob interaktives Magazin oder Infotainment-Portal – Martin Giesler hat dies zum Anlass genommen, sich über Unternehmen als Content-Produzenten und Medien wie Coca-Cola und Red Bull Gedanken zu machen – gerade vor dem Hintergrund kränkelnder Medien. Seine berechtigte Fragen: Holen sich künftig die Leser nur noch dort die Informationen ab, wo es wirklich spannend ist? Unabhängig ob Medium oder Unternehmen?

Webseite und Usability
Welche Anforderungen sind an eine Internetseite zu stellen?sozialmarketing.de hat eine Serie gestartet, um die Grundlagen einer guten NGO-Seite zu beschreiben. Nach den ersten beiden Teilen der 5-teiligen Serie kann ich nur sagen: Auch jede andere Webseite sollte die formulierten Anforderungen erfüllen.

E-Mail Marketing und Recht
Ein spannendes Interview hat Martin Schirmbacher zu den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen beim E-Mali-Marketing dem EMailMarketingBlog gegeben; und sorgt mit seinen Aussagen zu Anmeldeprozess, Kopplungsverbot, Auswertung für mehr Klarheit.

Blogger und ihre Relevanz
In einer zweiteiligen Serie hat sich Thomas Pleil mit Blogger Relations auseinandergesetzt. Als Basis aus seinen Erfahrungen hat er ein interessantes Segmentierungsmodell für Blogger entwickelt, das er noch weiter entwickeln will und auch bei seinen Studierenden zur Diskussion stellen will.

Social Media und das Konzept
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat sich mit einem guten Beitrag dem Thema Social Media Konzeption gewidmet. „Smarte“ Ziele, eindeutige Zielgruppen und Erfolgsfaktoren für den Dialog sind die Kernthemen der ersten beiden Teils der 4-teiligen Serie. Lesenswert, auch wenn ich nicht allen Erfolgsfaktoren zustimmen kann.

Facebook und die Abmahnungen
Langsam sollte auch das letzte Unternehmen wissen, dass der Facebook-Auftritt ein Impressum benötigt – auch ich hatte u.a. hier im Blog darauf hingewiesen. Welche Probleme trotzdem auftreten können, hat Thomas Schwenke in seinem Beitrag über die Impressumspflicht bei persönlichen Facebook-Profilen beschrieben.

Facebook und die Gewinnspiele
Wie war das nochmals mit Gewinnspielen, Wettbewerben und Promotions auf Facebook? Thomas Hutter hat einen wirklich grandiosen Über- wie Einblick erstellt, der so ziemlich alle Fragen beantwortet – zumindest Stand heute.

Foursquare und die Case Studies
25 Millionen Nutzer, 2,5 Milliarden Check-Ins in 40 Millionen Locations: Trotz dieser beeindruckenden Zahlen taucht Foursquare bislang nur in wenigen Socila Media Strategien auf – auch ich habe zumindest für Deutschland noch immer meine Vorbehalte. Simply Zesty hat dies zum Anlass genommen, zehn Foursquare Best Practice Kampagnen vorzustellen, die zum Nachdenken anregen. Vielleicht kommt Foursquare eines Tages doch noch bei uns an.

Google+ und SEO
Wie sich die eigene Google+-Präsenz auch im Sinne der Suchmaschinenoptimierung nutzen lässt, damit hat sich SMO14 auseinandergesetzt – und acht relevante Tipps formuliert.

Google+ Circles und wahre Chancen
Die Circles bei Google+ gelten bislang als eine der Hauptargumente für ein Engagement im Netzwerk von Google. Doch werden hier eigentlich schon alle Optionen wirklich genutzt? Mirko Lange sagt „Niet“ und fragt, warum sich User nicht direkt in die Circles eintragen lassen. Also ein Mix aus Eintrag in Newsletter in Kombination mit RSS-Feeds. Würde ich sehr schätzen.

Rückblick: Die Social Media Kampagnen des Monats Oktober: Coke, IKEA, Thomas Cook, Bodyform, Alitalia

Welche Social Media Kampagnen waren im Monat Oktober besonders auffällig? Diese fünf Fälle sind mir im Gedächtnis geblieben. Oder habe ich wichtige vergessen?

Coke plus James Bond
Passend zum neuen James Bond Film „Skyfall“ hat Coca Cola Zero ein Video publiziert, das heute schon fast 7 Mio. Hits allein auf YouTube hat. Das Thema: „Unlock the 007 in you. You have 70 seconds!“ Der Inhalt: Auf einem Bahnhof werden Reisende, die sich an einem Automaten eine Coke Zero kaufen wollen, aufgefordert, innerhalb von 70 Sekunden zu einer bestimmten Zugplattform zu gelangen. Schaffen Sie es, so bekommen Sie Freikarten für den neuen James Bond Thriller. Auch wenn die Schauspieler gecastet wurden, nur „beautiful people“ eingesetzt sind und der Trailer nur begrenzt authentisch ist, macht er viel Spaß und erfüllt damit seinen Motivationszweck.

IKEA plus reales Crowdsourcing
IKEA hat im norwegischen Bergen nur 300 Meter vom alten Gebäude das modernste IKEA Einrichtungshaus Europas errichten lassen. Doch wie zieht man mit seiner Filiale am einfachsten um? Man motiviert die netten Einwohner in Bergen, doch etwas beizutragen und mitzuhelfen – natürlich kostenlos – und macht aus dem Umzug ein großes Mitmach-Event. Ein gelungener Medien-Motivations-Mix später: Hier ist sie, die erfolgreichste Eröffnung der IKEA-Geschichte, die im Best-Practice-Blog noch ausführlicher beschrieben und per Video gezeigt wird.

Thomas Cook vs. Thomas Cook
So funktioniert Social Media Monitoring: Als User Thomas Cook auf der Facebook-Seite des gleichnamigen Reiseanbieters um Entschädigung in Form eines Paris-Wochenendes für die Jahre der Demütigung aufgrund des gleichen Namens bittet, erhält er eine negative Antwort: Das Unternehmen hätte keine Reisen zu verschenken. Durch ihr Monitoring schaltet sich stattdessen Charlotte Hunt von lowcostholidays.com ein: Bei ihnen würde er natürlich sofort so eine Reise bekommen, würde er den Unternehmensnamen teilen (okay, wer heißt schon lowcostholiday ;-). Trotzdem schenkte sie ihm kurzerhand die Reise nach Paris – zu Zweit und für eine ganze Woche. Während der Neukunde glücklich seine Paris-Impressionen über die Social Media Kanäle verbreitete, wirbt lowcostholidays.com mit dem Slogan „Thomas Cook saved by lowcostholidays.com“. (via ethority.de)

Bodyform vs. Richard
Das britische Unternehmen “Bodyform” hat mit einem höchst kreativen Video auf einen frechen Facebook-Kommentar von Richard Neill geantwortet, der bis heute über 100.000 Likes und über 5.000 Kommentare erhalten hat. Dieser hatte sich darüber aufgeregt, dass Frauen während ihrer monatlichen Periode gar keine so tollen Sachen wie in den Bodyform-Werbespots machen würden, sondern ziemlich unausstehlich seien. Er fühle sich daher von Bodyform seit Jahren angelogen. Mit einer großen Prise Selbstironie gab Bodyform Richard in dem Video recht – und traf dabei genau den richtigen Ton der Fans wie Beobachter. Fast 3 Mio. Zugriffe auf das YouTube Video, über 14.000 positive Bewertungen allein hier, die Reaktionen auf Facebook und Twitter gar nicht mitgerechnet. Doch war so ein Video überhaupt in so einer kurzen Zeit produzierbar? Mirko Lange hat bei Triple F, einer Agentur für Bewegtbildkommunikation, nachgefragt und ein „Denkbar“ bekommen.

 
Finally: Alitalia und die verpatzte Kampagne
Alitalia Angebot auf FacebookDie italienische Fluglinie Alitalia bot via Facebook seinen Fans einen kräftigen Rabatt an: 25 Prozent Ermäßigung gab es für Europäer. Zeitgleich startete die Airline in Japan eine Rabatt-Aktion mit 25.000 Yen Ermäßigung. Was die Fluglinie nicht bedacht hatte: Diese ca. 240 Euro konnten auch Europäer nutzen; zwar über die japanischsprachige Seite – in Zeiten kostenloser Übersetzungsprogrammen kein Problem; bei der Summe erstanden sie sogar Freiflüge. Als dies Alitalia mitbekam, rudert das Unternehmen zurück und storniert bereits bestätigte Buchungen. Nun waren die Nutzer empört. Die Folge: Was als globale Facebook-Aktion angelegt war, endete in einem Kommunikationsfiasko. Dies zeigt, wie sorgfältig Facebook-Kampagnen zu planen sind. (via meedia.de)

Freitägliche Gedankenspiele rund um Online Relations vom 09.03.2012

Es ist wieder Freitag – und hier sind einige Beiträge und Tool-Tipps, die mir in der letzten Woche aufgefallen sind und die ich als lesens- und diskussionswert erachte.

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Zeitungssterben bis 2034
Dass sich die klassische Medienarbeit ändert, belegt auch eine Trendberechnung von Prof. Dr. Klaus Meier: Danach erscheint im Jahr 2034 die letzte gedruckte Tageszeitung. Die Entwicklung bei Wochen- und Monatsmagazinen wurde nicht berechnet.

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PR und das Social Web
Sollen PR-Leute von Social Media die Finger lassen bzw. nicht zuständig sein? Nein, sagt Helge Weinberg in einem Beitrag für das PR-Journal und beschreibt den professionellen Umgang mit Social Media als Dialog-Kommunikationsinstrument.

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Mobiles E-Mail-Marketing
Wie lassen sich E-Mails für die Nutzung auf Mobilgeräten optimieren? Sollte man sich besser auf pure Text-Mails konzentrieren? Im E-Mail-Marketing Forum bin ich dazu auf diesen Beitrag bestoßen, der Vor- und Nachteile beider Ansätze aufzeigt.

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Erfolgkriterien im Social Web
Bei Beratungen oder in Seminaren werde ich öfters nach Erfolgsfaktoren für eine Präsenz im Social Web gefragt. Auch wenn Begriffe an sich immer etwas Oberflächliches haben, so haben sich für mich die folgenden 12 Erfolgskriterien herausgebildet. Was fehlt noch?

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Content-Strategie bei Coca Cola
Mit „We will move from Creative Excellence to Content Excellence“ beschreibt Coca Cola seine Content-Strategie 2020. In zwei hervorragenden Videos heißt es: Unternehmen müssten an jedem Berührungspunkt mit Zielgruppen eine emotionale Geschichte erzählen – also Storytelling als Zukunft, wie es bei wollmilchsau richtig heißt.

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Facebook und die Chronik
Zahlreiche Beiträge haben sich in den vergangenen Tagen mit der neuen Chronik und den Folgen für Unternehmen beschäftigt – wie die karrierebibel, der PR-Blogger oder t3n. Ed Wohlfahrt widmet sich sehr spannend speziell der Timeline aus PR-Sicht.

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Messung von Pinterest-Aktivitäten
Wer seine eigenen Pinterest-Aktivitäten messen und dies mit anderen teilen will, kann dazu PinClout oder Pinpuff nutzen, wobei PinClout mehr Gewicht auf Follower, Pinpuff mehr auf Viralität setzen soll. Weitere Tools werden sicherlich in den kommenden Wochen sprießen.

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Mash-Up von Pinterest und Instagram
Es war nur eine Frage der Zeit – und Gennaro Variole hat es umgesetzt: Mit Pingram lassen sich jetzt sehr einfach Fotos aus der wunderbaren Instagram-App mit dem aufstrebenden Foto-Netzwerk Pinterest teilen. Meine Mischungen finden sich hier.

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