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Lektionen: So spricht man keine Medien an

schlechte MedienanspracheKürzlich habe ich von einem PR-Beratungsunternehmen wieder das folgende Anschreiben erhalten – über das ich mich geärgert habe. Vor allem auch deshalb, da sich diese schlampigen, überheblichen, wenig durchdachten Anreden gegenüber Journalisten in letzter Zeit deutlich häufen. Und dazu erfolglos bleiben. Dazu fiel mir nur das folgende Antwortschreiben ein:

Lieber Herr Versender aus Leipzig,

ich glaube, Sie haben etwas grundlegend verwechselt: Medien wie auch das von Ihnen angeschriebene PR-Journal sind kein Publikationsservice, dem man einfach Pressemitteilungen zuschickt und die dann für die Publikation und am besten noch die Verbreitung über vorhandene zusätzliche Kanäle wie Newsletter, Twitter, Facebook, Google+ etc. sorgen. Als Kommunikationsberater sollten Sie eigentlich wissen, dass die Hoheit über eine Publikation immer noch beim Medium selbst liegt. Das heißt, Sie sollten Medien nicht Ihre Pressemeldungen aufdrängen. Vielmehr besteht Ihre Aufgabe darin, Themen den Medien anzubieten, die diese dann aufnehmen können – oder auch nicht. Auch dies gehört übrigens zu einem positiven, gesunden Verhältnis zwischen PR-Leuten auf der einen Seite und Journalisten oder Bloggern auf der anderen Seite.

Wie sollten Sie dies also beim nächsten Mal besser lösen, um keine Verärgerung bei Ihren Mittler-Zielgruppen mehr auszulösen? Ganz einfach. Sie erstellen ein kompaktes Anschreiben, in dem Sie nicht um die Publikation Ihrer Pressemitteilung bitten, sondern vielmehr in 1-2 Sätzen kompakt die Besonderheit Ihres Themas herausstellen. Auf diese Weise werde dann auch ich neugierig auf Ihren Beitrag sein.

Außerdem sollten Sie Ihre Pressemitteilung nicht als Anhang versenden – egal ob als Word- oder als PDF-Dokument –, sondern sie viel besser als Plain-Text in den E-Mail-Körper schreiben. Dies hatte ich bereits in einem anderen Gedankenspiel beschrieben. Denn dann kommt Ihr Text einerseits sicher an, andererseits können wir Ihren Text per Copy & Paste in unsere Redaktionssysteme übernehmen, den Text journalistisch überarbeiten und ihn dann publizieren, wenn er in das Redaktionskonzept passt. Und auf genau das wollen Sie doch sicherlich hinaus.

Vielleicht denken Sie gerade: Aber das weiß ich doch alles. Prima! Dann machen Sie es bitte beim nächsten Mal auch so. Allein um damit zur Förderung eines guten Verhältnisses zwischen PR-Branche und Medienvertretern beizutragen. Und dafür lohnt es sich doch, oder? Und wenn Sie davon noch nichts gehört haben, dann freue ich mich, Sie hoffentlich bald – Achtung Werbung! – in einem meiner Seminare begrüßen zu dürfen. Schließlich kann jeder aus solchen Fehlern lernen. Für heute aber verbleibe ich

mit den besten Grüßen aus Berlin 
Ihr Dominik Ruisinger

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