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Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 28. Februar 2013

Content Marketing ist derzeit in aller Munde. Allein die Frage “Was ist Content Marketing” erbrachte auf google.de 16.500 Ergebnisse. Also weise ich in meinen wöchentlichen Lesetipps heute vor allem auf Beiträge hin, die mich letzte Woche zu diesem Thema erreicht haben.

Content Marketing: Nur ein anderer Begriff für zeitgemäße PR
fragt der geschätzte Rico-Thore auf pronline.de. Ist das denn wirklich alles neu? In seinem Beitrag macht Rico anhand mehrerer Beispiele den Zusammenhang zwischen Content Marketing und PR deutlich. Zudem stellt er 10 kompakte Gründe auf, welche Vorteile Content Marketing mit sich bringt.

Case Study: Content Marketing Strategie von McDonald’s
Wie Coca-Cola beschreitet auch der Bouletten-Bräter eine neue Content Marketing Strategie – zumindest in Kanada. Auf “Our Food, Your Questions” können Kunden Fragen rund um die verwendeten Nahrungsmittel stellen, auf die dann McDonald’s per Text oder Video schnell und oft sehr locker und humorvoll antwortet. Eine Form der Offenheit, der Aufklärung und des User-Dialogs, die Nachahmer anziehen wird.

Infografik: Daten zum Mobile Content Marketing
Neben dem Thema Content Marketing wird in diesem Jahr vor allem dem Mobile Marketing ein starkes Wachstum prognostiziert. Wie können beide zusammenspielen? Auf Onlinemarketing.de bin ich auf eine Infografik gestoßen, zu der einige Daten und Fakten zur Schnittmenge – also dem Mobile Content Marketing – zusammengetragen wurden.

Messzahlen: Metriken, die Online-Marketers unbedingt messen sollten
heißt es bei Anderes-Marketing.de. Dass es unendlich viele Zahlen gibt, erleben wir jeden Tag. Und fasst alle lassen sich im Bereich des Online Marketings und der Social Media Relations messen. Björn Instinsky führt in seinem Beitrag drei wirklich relevante Metriken vor: Lead Qualifizierung, Kanal Effektivität und Content Effektivität.

Und zuletzt:
Studie: Firmen werben am Social-Media-Trend vorbei
schreibt die absatzwirtschaft. Zwar lassen sich die Deutschen in 8 Prozent ihrer Einkäufe von Sozialen Netzwerken beeinflussen. Jedoch hätten Unternehmen laut der Studie “German Social Media Consumer Report 2012/2013” nur knapp 12 Prozent ihrer Werbebudgets für Online-Werbung ausgegeben. Weiterhin flißen 82 Prozent der Werbebudgets in TV und Print. Eine Überprüfung der derzeitigen Budgetverteilung scheint also ratsam.

Der Multimedia-Contest des World Press Photo 2013

Paul Hansen: Gewinner World Press Photo Award 2013

Copyright: Paul Hansen: Gewinner World Press Photo Award 2013

Kürzlich wurden die World Press Photo Awards 2013 vergeben. Seit ein paar Tagen prangt das tief beeindruckende Gewinnerbild des schwedischen Photojournalisten Paul Hansen auf vielen Medienseiten – print wie online: Eine wütend-verzweifelte Menge im Gazastreifen in einer schmalen Gasse, die den Tod zweier kleiner Jungen nach einem israelischen Raketenangriff beklagt: Laut, rasend, schreiend, trauernd, verzweifelnd, hilf- und hoffnungslos. Erschütternd und ein verdientes Gewinner-Photo.

Die Flucht nach Johannesburg
Genauer habe ich mir die Gewinner des 2013 Multimedia Contest angesehen, der zum dritten Mal durchgeführt wurde, dieses Jahr in den Kategorien Online Short, Online Feature und Interactive Documentary. Wer sich die Preisträger der ersten beiden Kategorien durchsieht – der Unterschied zwischen beiden bleibt mir bis heute schleierhaft –, wird guten Multimedia-Journalismus erleben – stets als Kombination aus Audio-Slideshows, Video-Sequenzen, Text und Sound.

Spannend ist gerade die mit dem 1. Preis gekrönte Reportage “Into the Shadows“. Sie erzählt davon, wie Menschen von überall her aus afrikanischen Nachbarländern ins südafrikanische Johannesburg drängen bzw. dorthin fliehen, um dort eine neue Heimat suchen. Auch wenn sie in der “Inner-City Johannesburg” meist in Bretter-Siedlungen hausen und aufgrund ihrer Herkunft sozial diskriminiert werden, hängen die Portraitierten an ihrer Hoffnung für eine bessere Zukunft.

Das emotionale Portrait einer Ex-Mara
Neugierig war ich besonders auf die interaktiven Dokumentar-Projekte. Gewinner ist ein 40-minütiges ARTE-Portrait der Guatemaltekin Alma, die nach vielen Jahren Mitglied in einer brutalen Mara-Gang ausgestiegen ist und jetzt mit 26 Jahren sehr emotional auf ihr Leben zwischen verlorener Kindheit und schnellem Erwachsenwerden in den Armenvierteln, eigenen Morden, grenzenloser Brutalität und täglichen Grausamkeiten, aufkommenden Fluchtgedanken und starker Banden-Bindung, Ausweglosigkeit und persönlichen Verlusten zurückblickt. “Alma. Ein Kind der Gewalt” wird so zum schockierenden wie offenen Lebensbericht, der gleichzeitig kaum Mitleid mit ihr zulässt.

Portrait der Ex-Mara Alma bei ARTE

Portrait der Ex-Mara Alma bei ARTE

Interaktivität weiterhin ausbaufähig
Und die Interaktivität des Dokumentarprojektes? Während des Interview-Verlaufs findet der Betrachter im oberen Sichtbereich eine miterzählende Bilderabfolge, die er herunterziehen und damit tiefer in die Bilder eintauchen kann, während Alma spricht. Zudem bietet ARTE Hintergrundmaterialien in Form von Bildern mit Text sowie das gesamte Projekt als prima funktionierende App – sowohl für das iPad als auch für Android-Tablets.

Reicht diese Interaktivität wirklich aus, um als interaktives Projekt international ausgezeichnet zu werden? Anscheinend ja. Ich selbst finde es weiterhin schade, wenn gerade Medien die Vielfalt der Interaktivität nicht nutzen. Warum wird die Story nur über die Webseite erzählt? Warum werden keine weiteren Medienplattformen eingesetzt? Warum wird beispielsweise kein Facebook oder ein anderer Dialogkanal eingebunden, um eine Anschlusskommunikation mit Betrachtern zu erreichen?

Bei allen hier prämierten Reportagen scheint diese Interaktivität sich weiterhin auf die eigene Wahl der Bilder zu beschränken. Ein wirkliches Eingreifen bzw. Interagieren mit der Reportage findet nicht statt. Noch nicht. Vielleicht dann bei den Gewinnern des kommenden Jahres?

Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 20. Februar 2013

Blick in den Journalismus der Zukunft
Die multimediale Snow Fall-Reportage der New York Times wird seit Monaten für das Verweben von Text und Medien gelobt. Auch Heinz Wittenbrink zeigt sich begeistert von dem grandiosen Feature über das Lawinenunglück, dem im Februar 2012 mehrere Tiefschnee-Skifahrer im US-Bundesstaat Washington zum Opfer gefallen waren. Ist die Reportage von Autor John Branch bereits der Blick in die Zukunft des Journalismus?

Content Marketing lebt von Geschichten
Auf was kommt es beim Storytelling an? Gregory Ciotti gibt auf Problogger sechs Empfehlungen ab, damit die eigenen Geschichten überzeugender wirken, und übersetzt diese in direkte Handlungsaktivitäten. Die Fokussierung auf die Zuschauer, das Erzählen realistischer Geschichten und eine klare Struktur sind drei dieser lohnenswerten Hinweise.

Über das Verhältnis von PR-Leuten und Journalisten
Adrian Peters, CvD beim SWR, hat im PR Report die erste von zehn Thesen über das Verhältnis zwischen PR-Leuten und Journalisten publiziert: Die Mär von der Partnerschaft zwischen PR und Journalismus. Für ihn ist klar: “PR und Journalismus sind keine Partner und waren es nie.” Wie immer, wenn es um dieses Verhältnis geht, ist die Reaktion sehr vielstimmig.

Diesen US-Medienblogs sollte man folgen
Welchen Medienblogs sollte man folgen? Die US-Bloggerin Heidi Cohen schlug zum Valentinstag 14 Social Media Blogs we love (& why you should too!) vor. Und neben den bekannten Brian Solis, dem Copyblogger Brian Clark, Jeff Bullas oder dem ProBlogger Darren Rowse sind weitere lesenswerte Blog-Tipps zu entdecken.

Über die Vermarktung von Blogs
Sollte man sein Blog bei IVW oder AGOF melden? Lohnen sich die Gebühren und der Aufwand? Diese Fragen hat sich Robert Basic gestellt und Vorteile und Kosten gegenübergestellt. In einem zweiten Blog-Post beschreibt Andy Lenz von t3n lehrreich, worauf es ankommt, um das eigene Blog erfolgreich zu vermarkten. Wichtig: “Qualität, Konstanz und Geduld werden sich auszahlen!

Kaum Folgen beim Amazon-Shitstorm
In den letzten Tagen ist viel über den sogenannten Shitstorm – sorry, auch ich kann den Begriff nicht mehr hören – auf der Facebook-Seite von Amazon.de berichtet worden, nachdem die ARD über rechtsradikale und schlecht bezahlte Leiharbeiter berichtet hatte. Amazon hatte auf die Facebook-Angriffe nicht reagiert. Zurecht schreibt David Philippe, denn mehr als “einen Lufthauch im Nebenraum” wird Amazon nicht spüren. Die Zahl der Fans ist nicht eingebrochen, und die angeblich fakenden Amazon-Mitarbeiter scheinen selbst Fakes zu sein.

Das Ende von Posterous ist eine Niederlage für die Onlinewelt

Seit den letzten Tagen ist klar: Die Zeit von Posterous ist zum 30. April 2013 abgelaufen. Ziemlich genau ein Jahr nach der Übernahme der 2008 gegründeten Blogging-Plattform schließt Twitter also den Dienst wieder. Noch kann jeder – wie hier beschrieben – seine bisherigen Beiträge retten. Aber danach ist Schluss.

Kein überraschendes Ende
Schade, sage ich ganz offen. Posterous war sicherlich der einfachste und schnellste Weg zu bloggen, den man sich vorstellen konnte. Bloggen war plötzlich so einfach wie der Versand einer E-Mail. “Our mission was to make it easier to share photos and connect with your social networks“, schreibt Posterous zum Abschied. Genau das war der Vorteil und die Marktchance. Und doch kommt das Ende nicht überraschend: Bereits in meinem Beitrag vom 7. Januar hatte ich Posterous auf den Social Media Friedhof geworfen, da ich wie viele davon ausgegangen war, dass 2013 Schluss sein würde.

Der Grund: Seit Übernahme im März vergangenen Jahres war kaum mehr etwas von Posterous zu hören bzw. zu spüren. Den damaligen Spruch, dass für die Posterous Spaces “up and running without disruption” gelte, musste man seitdem wörtlich nehmen: Eine Weiterentwicklung von Posterous fand nämlich nicht mehr statt. Außerdem hieß es damals in der Mitteilung zur Twitter-Übernahme bereits vielsagend: “We’ll give users ample notice if we make any changes to the service.” Es war also schon damals nur eine Frage der Zeit, bis Twitter den Stecker ziehen würde. Dies ist nun also so weit.

Chance zur Blog-Aufklärung verspielt
Dieser Schluss ist für mich auch die Folge einer Niederlage für die Online-Welt. Warum Niederlage? Posterous war wie gesagt das einfachste Blogsystem, das es gab und gibt – und deutlich simpler zu bedienen als Blogger.com, WordPress oder Tumblr. Kinderleicht konnten gerade (noch) nicht online-affine Nutzer ein Blog aufbauen. Der Email sei dank. Nur hat es kaum jemand gemacht. Warum?

Wenn man bedenkt, dass laut Studien wie der ARD-ZDF-Onlinestudie die Zahl der regelmäßigen und gelegentlichen Blognutzer in Deutschland gerade einmal bei 9 Prozent liegt, wurde eine gewaltige Chance verspielt. Hätten nicht viel weitere Menschen auf das Thema Blogs und Bloggen aufmerksam gemacht werden können? Wäre dieses Blogging-System nicht eine geringe Eingangsschwelle gewesen, um vielen Online-Nutzer zum eigenen Bloggen zu verhelfen? Diese Chance wurde vergeben. Auch weil es uns allen nicht gelungen ist, Systemen wie Posterous eine größere Öffentlichkeit zu verschaffen. Schade.

Vertrauen in kleinere Unternehmen sinkt
Das Ende von Posterous zeigt noch etwas: Wenn große Unternehmen wie Twitter oder gerade Google Hoffnungsträger wie Posterous, die E-Mail-Anwendung Sparrow oder die Online-Bildbearbeitung Picnik aufkaufen, bedeutet dies nicht immer etwas Gutes für die Entwickler wie die Nutzer; im besten Fall werden die Anwendungen unsichtbar integriert, im schlechten Fall geschlossen.

Sollte man es künftig also überhaupt als User noch wagen, auf ein kleines Unternehmen und sein innovatives Produkt zu setzen, wenn die Platzhirsche dieses mehr oder weniger ausradieren und die ganze Arbeit “für die Katz” ist? Auf jeden Fall macht diese Entwicklung wieder einmal sehr deutlich, wie wichtig es ist, seine Website oder sein selbst gehostetes Blog als Heimat zu begreifen und Social Media eher als Planeten zu erkennen, die hell aufglühen und dann auch wieder verglühen.

Und noch etwas frage ich mich: Warum hat Twitter vor nicht einmal einem Jahr diesen Service überhaupt übernommen, eine Frage, die ich mir bei der Übernahme von Picnik durch Google im letzten April ebenfalls gestellt hatte? Johannes Lenz schreibt: “inter­es­sant an dem Deal war ein­zig das team und des­sen know how“. Stimmt. So heißt es auch im Posterous-Blog: “On April 30th, we will turn off posterous.com and our mobile apps in order to focus 100% of our efforts on Twitter.”

Kritik von den Posterous-Gründern
Nur, wie lange unterstützen die Posterous-Schlüsselfiguren wirklich Twitter? Wenn ich mir andere Unternehmen ansehe, so ist die Fluchtquote des Führungspersonals raus aus dem großen neuen Unternehmen recht hoch. Es passt hier dazu, dass mit Garry Tan und Brett Gibson zwei der Posterous-Mitgründer mit Posthaven gleich die nächste Plattform gegründet haben. Ihre unverhohlene Kritik am Twitter-Umgang mit Posterous: “Posterous was acquired by Twitter in 2012, and while we were happy that it was a meaningful acquisition for the team and investors, we were bummed to see something get shuttered that we believed should last forever.”

Bei Posthaven wollen sie vieles anders machen. Das beginnt mit dem Geschäftsmodell: Wer eine Gebühr von 5 US-Dollar pro Monat bezahlt, darf ab sofort mitmachen. Dazu versprechen sie: “We’ll never be acquired. We’ll always keep your URLs online. We’ll always keep it the best place to post.”

Ein Versprechen, das im ersten Moment glücklich und Mut macht. Aber ist es haltbar? Was passiert beispielsweise in Fall einer Insolvenz bzw. des Unternehmensendes? Reicht solch ein Versprechen aus, um Nutzer zu überzeugen, jetzt zu Posthaven zu wechseln und dort monatlich 5 Dollar zu bezahlen? Wie viele werden da wohl mitmachen, solange es kostenlose Alternativen gibt? Ich habe bezüglich der Marktchancen meine Zweifel – auch wenn ich gerne an Produkte wie Posthaven glauben würde, die ihr eigenes Geschäftsmodell fahren und sich nicht von den Großen fressen und vernichten lassen. Und dies gerade im Sinn ihrer Nutzer.

Bitte Jogi, komm’ zurück zu Nivea

Das war das Erste, was mir gestern durch den Kopf schoss, als Rico auf Facebook auf die neue Nivea-Kampagne aufmerksam machte. Denn unser schwäbelnder, für die Beiersdorf-Produkte werbender Bundestrainer ist mir ganz ehrlich zehnmal lieber als so eine Ach-sind-wir-alle-doch-kreativ-Kampagne, die so überhaupt nicht zur Marke passt.

Kurz zum Video-Inhalt: Zur Markteinführung ihres Stress Protect Deos bringt Nivea am Hamburger Flughafen ahnungslose Passanten ins Schwitzen. Per TV, Zeitung und Lautsprecher merken sie plötzlich, das nach ihnen gefahndet wird. Zuvor waren sie von ihren Freunden unter einem Vorwand zum Flughafen gelockt und dort zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Im Vorfeld wurde geprüft, dass ein kurzer Stressmoment für die Auserwählten kein Problem darstellt“, heißt es unter dem Video auf Youtube. Aha. Und wie geht das? Dazu schreibt eine Kommentatorin auf Youtube passend: “I hope that they had an ambulance team somewhere close.” Dabei scheint diese Versteckte-Kamera-Kampagne kein Schauspieler-Fake zu sein, wie Nivea über ein “Hinter den Kulissen”-Video verdeutlicht. Nur wusste das jüngere Mädel mit dem rosa Schal (siehe unten), dass sie jetzt auf Webseiten, Blogs wie auf Youtube überall als Video-Cover-Girl eingebettet ist und dort auch bleibt?

Ich weiß auch nicht, ob die Kampagne überhaupt mit dem Begriff “Stress” in Verbindung zu setzen ist – eher mit dem Begriff “Angstschweiß”. Aber das ist das kleinste Problem. Denn ja, mir gefällt die Kampagne überhaupt nicht.

Einerseits verstehe ich Nivea als Produkt, das als Massenware positioniert ist, das heißt, als ein Produkt für Jeden bzw. Jede. Wenn ich mir aber die Kommentare zum Video allein auf Youtube durchlese, dann fällt auf, wie stark die Kampagne polarisiert – von “lustige Idee” bis “Disgusting” und “Really stupid, embarrassing and doesn’t work“. Das kann man jetzt vielleicht als spannend erachten. Nur passen solche Auseinandersetzungen wirklich zur Marke selbst?

Ich frage mich andererseits immer mehr, ob dieser Stresstest der Marke nicht eher schadet. Denn was bleibt denn von dem “Stresstest” danach für die Marke übrig? Soll künftig jeder, der geschockt ist oder sich peinlich berührt fühlt, an Nivea denken? Soll der Begriff “innere Panik” jetzt mit der Creme mit dem runden blauen Logo verbunden sein? Wirklich gelungenes Storytelling zur Markenkommunikation.

Am Besten gefiel mir noch der Kommentar der Huffington Post – übrigens passend in der Rubrik Comedy: “Mind you, it is German Nivea. And we do know how much the Germans like their Schadenfreude. Why, it’s almost like they invented the word!

Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 12.02.2013

So funktioniert Storytelling
Ich beschäftige mich gerade viel mit Storytelling, wie einige an meinen Tweets und Posts erkannt haben könnten. Wer sich ebenfalls damit auseinander setzen will, dem kann ich diese 100 Minuten mit fünf empfohlenen TED-Talks nur dringend ans Herz legen. Den meiner Meinung nach spannendsten Talk der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Adichie habe ich hier nochmals extra verlinkt.

So funktioniert strategische Beratung
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach hat sich in seinem Blog-Beitrag mit dem Aufgabenfeld strategische Beratung beschäftigt. Eigentlich zählt es zu den schönen Dingen im Kommunikationsberuf. Nur sollte man wissen, was sich hinter dem Begriffe Strategie verbirgt. Seine Kernaussage: “Strategie hat sehr viel mit Analyse und sehr wenig von vorgefertigten Positionen zu tun. It’s strategy, stupid.”

So funktioniert Kommunikation im Social Web
Bernhard Jodeleit hat 10 Social Media-Fehler aufgezählt, die er häufig beobachtet. Und auch wenn diese den Meisten eigentlich bekannt sein sollten – zu wenig Gesicht gezeigt, zu wenig Bildmaterial, zu wenig Dialog, zu viele Rechtsfehler etc. –, lohnt es sich, sich diese immer wieder ins Gedächtnis zu rufen und mit den eigenen Aktivitäten abzugleichen.

So funktioniert die Social Media Strategie
Viele kleine und mittlere Unternehmen haben mit der Entwicklung einer Social Media Strategie oft noch ihre Probleme. So lautet auch meine eigene Erfahrung. Die karrierebibel hat jetzt einen hübschen Leitfaden geschrieben, wie einfach doch KMU so eine Strategie entwickeln könnten. Und richtig, die Kernfrage: “Was können wir besonders gut und wofür wollen wir bekannt sein?” sollte jeder verinnerlichen.

So funktioniert Bloggen
Das Blog von Heidi Cohen zählt zu den Top10 Social Media Blogs von 2013. Eine wichtige Voraussetzung: Ein Blog braucht “a personality”. Dazu formuliert sie 9 klare Action-Points wie klare Haltung statt Meinungs-“flip-flopper” und “wishy-washy”, um diese Blog-Persönlichkeit langfristig zu entwickeln. Ebenfalls lesenswert sind ihre 10 Lektionen, den jeder Blogger beherzigen könnte.

So funktioniert Social Bookmarking
Eine gute Beschreibung der Chancen von Social Bookmarking beschreibt Christian Henner-Fehr in seinem Beitrag. Am Beispiel gerade von Diigo macht er deutlich, warum er ein vehementer Befürworter dieser so praktischen aber zu Unrecht vernachlässigten Social Media Tools ist. Dass ich seine 4-teilige Informationsmanagement-Serie mal selbst durch einen Beitrag über 5 Tools auf meinem Social Media Friedhof “mitverursacht” habe, freut mich natürlich.

So funktioniert Facebook
Große Unternehmen verstehen allmählich Facebook. Das ist zumindest das Ergebnis meiner Analyse der “Socially Devoted”-Studie von socialbakers. Danach haben Unternehmen in den vergangenen Monaten deutlich schneller auf die immer häufigeren User-Fragen reagiert. Doch trotz wachsender Professionalisierung und intensiverer Nutzung gibt es noch viel zu tun – ganz besonders für die kleinen und mittelständischen Unternehmen.

socialbakers-Studie: Große Unternehmen verstehen allmählich Facebook

Unter socially-devoted.com hat socialbakers jetzt interessante Zahlen aus dem 4. Quartal 2012 in einer Grafik zusammengeführt, die den allmählich verändernden Umgang internationaler Unternehmen mit Facebook widerspiegeln.

Zu den wichtigsten Zahlen:

  • Die Zahl der geposteten Fragen hat sich im Vergleich zum 2. Quartal 2012 um 26 Prozent erhöht. User nutzen damit die Facebook-Seiten, um mit den Unternehmen in Kontakt zu treten.
  • 55 Prozent der Fragen auf der Facebook-Seite wurden im 4. Quartal 2012 von den Unternehmen beantwortet. 45 Prozent der User-Anliegen blieben jedoch unbeantwortet.
  • Die Reaktionsdauer auf Nutzerfragen liegt bei durchschnittlich 13,7 Stunden. Dies bedeutet eine Verbesserung von 6 Stunden im Vergleich zum 2. Quartal.

Diese Entwicklung macht mehrere Aspekte deutlich:

  1. Professionalisierung: Die Unternehmen haben schrittweise verstanden, wie wichtig es ist, schnell auf die Bedürfnisse der eigenen Fans zu reagieren. Dies zeigt sich in den deutlich verbesserten Antwortzeiten auf Fragen – und dies quer durch alle aufgeführten Branchen.
  2. Dialogpartner: Die Unternehmen entwickeln sich vom Fan-Sammler zum Dialog-Partner. Sie verstehen es allmählich, dass es nicht darauf ankommt, möglichst viele Fans zu sammeln, sondern dass ihre große Chance in der regelmäßigen Interaktion mit ihren Fans besteht, also “how you interact and serve them“, wie socialbakers CEO Jan Rezab anmerkt.
  3. Zeitdruck: Die Unternehmen spüren einen immer stärkeren Zeitdruck, schnell und rechtzeitig zu reagieren. Dies erfordert zusätzliche finanzielle wie vor allem personelle Ressourcen, über die viele KMU und Institutionen aber (noch) nicht verfügen. Es ist davon auszugehen, dass diese in den kommenden Monaten kräftig nachrüsten müssen, wenn sie Facebook als Service-, Support- und Interaktions-Kanal einsetzen wollen.
  4. Potenzial: Wenn 45 Prozent der Fragen auf Facebook von den Unternehmen noch nicht beantwortet werden, dann zeigt auch diese Aussage, wie viel Raum weiterhin noch nach oben besteht. Gleichzeitig macht die Studie keine Aussage darüber, welche Art von Fragen hier gemeint sind.

Einschränkend ist bei dieser Studie zu berücksichtigen, dass es sich hier vor allem um große, international agierende Unternehmen handelt. Spannend wäre es jetzt zu erfahren, wie sich dieser Kundendienst bzw. die Dialogbereitschaft per Facebook einerseits bei den erwähnten kleineren und mittleren Organisationen, andererseits bei uns in Deutschland entwickelt hat. Ich gehe davon aus, dass bei beiden Fragen noch deutlich stärkerer Nachholbedarf besteht, als hier in dieser Studie geschrieben steht.

socialbakers Studie "Socially Devoted", 4. Quartal 2012

socialbakers Studie “Socially Devoted”, 4. Quartal 2012

Q: socialbakers: Studie “Socially Devoted“, 02/2013.

Zahlenwirrwarr: Wie viele Deutsche shoppen heute online?

Wenn mehrere Institutionen Zahlen zu derselben Aussage ausgeben, dann sehe ich mir die Ergebnisse meist etwas näher an. Wie zum Beispiel bzgl. der Anzahl der Online-Käufer in Deutschland.

Noch im Dezember 2012 schrieb das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung, dass 42,3 Millionen Deutsche in den vergangenen 12 Monaten – also im Verlauf des Jahres 2012 – Waren oder Dienstleistungen im Internet gekauft hatten. Laut dieser heute zwei Monate alten Zahlen von Destatis würden damit heutzutage 8 Prozent mehr deutsche User im Internet shoppen als im Vergleich zum Jahre 2007. Dass die stärksten Online-Shopper in der Altersgruppe 25- bis 44-Jährigen lagen und das höchste Wachstum wiederum die über 45-Jährigen verzeichneten, waren als News nicht weiter überraschend.

online-kaeufer-in-ausgewaehlten-laendern-2012 Vor ein paar Tagen legte nun statista diese hübsche Grafik nach – und zwar basierend auf Zahlen von emarketer. Danach shoppten 2012 41,2 Millionen Deutsche online. Auch wenn die Unterschiede zwischen den Zahlen nicht so groß sind: An welche Zahlen sollen wir uns denn jetzt halten?

Noch etwas fällt auf: Beide Zahlen – aber insbesondere die statista-emarketer-Ergebnisse – würden auf jeden Fall bedeuten, dass sich die Anzahl der Online-Käufer in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr nur minimal erhöht hat. Schon im Jahre 2011 hatten – dieses Mal laut der “Online Shopping Survey 2012” der Gfk – insgesamt 41 Millionen Deutsche im Internet eingekauft – davon 2,9 Millionen per Mobiltelefon. Ist das wirklich glaubwürdig?

Mir ist bewusst, dass eine unterschiedliche Herangehensweise bei der Befragung zu diesen sagen wir mal “Variationen” führen kann. Nur wirklich verlässlich wäre damit keine der Zahlen. Und das empfinde ich wiederum als bedenklich.

Fünf Youtube-Videos zu meiner persönlichen Berlinale

Heute startet in Berlin die Berlinale. Passend zum Start des Internationalen Filmfestivals habe ich selbst fünf Videos ausgewählt, die ich in den letzten vier Wochen verdammt preiswürdig fand und die ich gerne mit einem Goldenen oder Silberne Bären küren würde. Ich habe sie zum Teil schon in anderen Beiträgen auf Facebook oder Google+ verlinkt. Doch wer sie noch nicht kennt, wird sie jetzt mit neuen Filmtiteln kennenlernen. Und fehlt jemand bei diesem klitzekleinen Festival?

Der Flug der Liebe
Liebe auf den ersten Blick, der brutale Verlust, der Kampf, die bösen Gegner, die ausweglose Suche, die völlige Verzweiflung, fast schon kullernde Tränen und dann – ach, ist das wundervoll – das Happy End: All diese Emotionen aus dem richtigen Leben transportiert dieser unglaublich schön animierte Disney-Kurzfilm “Paperman”. Der Romantiker in mir schmelzt dahin …

Tod auf der Rennstrecke
Ist schon der erste Film ein famoses Beispiel für Storytelling, so trägt diese zweite Geschichte ebenfalls alle Facetten der Kunst in sich, über Unternehmen bewegende Geschichten zu entwickeln. McLaren erzählt die Geschichte vom Helden, der kämpft, aufsteigt, an sich arbeitet, sein Team aufbaut, alles gibt, jedes Detail perfektioniert, begeistert, dramatisch stirbt und doch etwas wichtiges für die Zeit nach ihm hinterlässt. Nicht nur für Renn-Fans ein Muss. (via @tpemurphy)

Drama um den roten Knopf
Schon mit dem ersten Film April 2012 gelang dem Sender TNT in Belgien ein Youtube-Ereignis: Über 43 Millionen User mussten “live” erleben, was passiert, wenn ein ahnungsloser Passant unachtsam auf den roten Knopf drückt. Zum Launch in den Niederlanden ist der TV-Sender jetzt ausgezogen, auch dort in einem kleinen Dorf die Menschen mit wirklichem Reality-TV aufzuwühlen. Und es scheint bei bislang über 5 Millionen zu gelingen, wenn auch die große Überraschung des ersten Mals natürlich vorbei ist.

Der Dicke und der Zucker
Coca Cola gilt insbesondere auch durch ihre publizierte Content Strategie und die ersten sichtbaren Züge in der neuen Unternehmens-Webseite als Vorreiter im Bereich Content Marketing. Dass selbst Profis manchmal nicht ganz alles bedenken, schlägt sich jetzt in diesem Video wieder, in der ein (noch immer?) unbekannter Nutzer die aktuelle Coca-Cola Werbekampagne “Coming Together” mit Hinweisen persifliert, wie stark Coca-Cola doch der Gesundheit schädigt. Das Ergebnis: “The Honest Coca Cola Commercial” (via @schwerdtblog)

50 minus 1 gleich 49
Samsung scheint sich langsam einen wirklich Spaß daraus zu machen, das Thema Urheberverletzungen und Urheberrecht auf die Schippe zu nehmen – also Themen, bei denen es gerade mit Konkurrent Apple immer wieder aneinander gerät. Zumindest ist dieser Spot aus den USA ein ganz großer Spaß. Denn was macht man wohl, wenn man weder Super Bowl noch San Francisco 49er noch Baltimore Ravens in einem Spot aussprechen darf? Man ist kreativ – und verdammt frech.

Die Lesetipps-Gedankenspiele vom 05.02.2013

Mehr Ps beim Marketing
Marketing basierte jahrzehntelang auf den 4 Ps: Product, Price, Place, Promotion. Brian Solis hat mit People und Purpose nun zwei weitere Ps hinzugefügt – auch als Reaktion auf die veränderte Medienwelt. Während mich People als 5. P überzeugt, bleibe ich bei Purpose als Ziel und Zweck eher skeptisch, da dies eigentlich die Voraussetzung von allen 4 bzw. 5 Ps ist.

Opel und das Krümelmonster
Wie man sich mit einer kleinen Aktion an eine Kampagne andocken kann, hat Opel auf Facebook gezeigt – mit dem passenden Text: “Achtung Polizei! Dieses Foto ist im Netz aufgetaucht. Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser dreisten Fälschung! Kein Opel ADAM ist verloren gegangen und der Fahrer ist uns nicht bekannt.” Wirklich kreativ, ihr Rüsselsheimer. (via @tp_da)

Vine und der Küchenruf
Die Darmstädter PR-Fundsachen haben sich den 6-Sekunden-VideoService Vine von Twitter näher angesehen. Ihre Empfehlung: Trotz einiger Probleme hat Vine das Potenzial, als PR-Instrument die passende Antwort auf den journalistischen “Küchenruf” zu werden – also eine Botschaft in wenige Sekunden zu packen. Meine Frage: Und was passiert, wenn das bald alle PR-Leute machen? Tobias Gillen hat dazu ein paar Beispiele aufgeführt, wie Journalisten Vine als Live-Berichterstattung, Presseschau oder Visualisierung einsetzen (können).

Frühjahrsputz für ein sauberes Profil
Welche Nachrichten wird Facebooks neue Graph Search zu Tage bringen? Sie “umgeht in keiner Weise die getroffenen Privatsphäre-Einstellungen” beruhigt Thomas Hutter. Jedoch könnten Benutzer bei den jetzt möglichen komplexen Verknüpfungen überrascht sein. Sein klarer Hinweis: Wer Wert auf die eigene Online-Reputation legt, sollte sich die Zeit für einen umfassenden Frühjahrsputz nehmen.

Tools erleichtern das Social Media Marketing
Natascha Ljubic hat in einem schon zwei Wochen alten Post darüber berichtet, welche kostenfreie Tools sie beim Social Media Marketing alles einsetzt. Unter ihren 20 Tools darf ich mich jetzt mal wieder etwas intensiver mit Commun.it auseinandersetzen. Danke dafür.

Joey’s macht Crowdsourcing
Auch wenn die Kampagne etwas von McDonald’s abgekupfert ist: Joey’s Fanpizza hat eine gute Crowdsourcing-Aktion auf Facebook gestartet. Pizzaliebhaber können auf der Basis vorgegebener Zutaten ihre Fanpizza kreieren. Das Neue: Der Gewinner erhält von jeder seiner verkauften Pizzen immerhin 5 Cents. (via @futurebiz)

McLaren kann Storytelling
Wer noch ein grandioses Beispiel zum Thema Storytelling sucht, der sollte sich diese Geschichte mal ansehen, die McLaren hier erzählt. (via @tpemurphy)

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