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Gefährdete Dozenten: Über die rechtlich unsichere Weitergabe von Inhalten

Über einen Tweet von Natascha Ljubic und den Link auf einen Beitrag zum „Schutz von Screenshots und Benutzeroberflächen“ bin ich vor einigen Tagen wieder auf ein Thema gestoßen, das mir schon eine ganze Weile durch den Kopf spukt und – so glaube ich – viele Dozenten, Coaches und Berater betrifft. Ob sie sich diesem Thema schon bewusst sind oder nicht, das ist eine ganz andere Frage.

Um was geht es: Jeder Dozent und Coach stellt regelmäßig seine Präsentation zusammen. Und gerne werden dabei Screenshots von Webseiten, Grafiken, Bildern, Studienausschnitten – natürlich stets samt Quelle – integriert. Auch als Dozent und Coach frage ich mich, ob dabei nicht bereits Rechte verletzt werden, wenn man so einen Screenshot schießt und anderen präsentiert. Wird hier nicht schon gegen das Vervielfältigungsrecht des Urhebers verstoßen? Also eine geistige Schöpfung, ein urheberrechtlich geschütztes Werk verletzt?

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Nicht selten stellen Dozenten ihre Kurs- und Vortragsfolien später den Teilnehmern zur Verfügung. Beispielsweise in einer geprinteten Version. Doch wie weit ist dies denn erlaubt? Und was passiert eigentlich, wenn diese Präsentationen noch über Plattformen wie Slideshare und Scribd bereit gestellt werden? Steckt man hier – abgesehen von Dokumenten mit Creative Commons Lizenz – nicht schon mit einem Fuß in der Klageschrift?

Mitten im Abmahn-Wahn
Vor ein paar Monaten wurde mir bekannt, dass bereits die ersten Dozenten kostenpflichtig abgemahnt wurden, weil sie ihren Teilnehmern ihre Präsentation später zur Verfügung stellten – „wegen unerlaubter Verbreitung von Bildern als Screenshots“. Von Lehrern weiß ich, dass selbst hier die ersten abgemahnt wurden, weil sie Präsentationen ihren Schülern in ausgedruckter Form mitgegeben hatten. Bei solchen Abmahn-Fällen kann man natürlich nur noch mit dem Kopf schütteln. Aber das Problem bleibt trotzdem wie ein Damoklesschwert über uns hängen.

Von mir kann ich sagen, dass ich in den letzten Wochen und Monaten extrem vorsichtig geworden bin. Genau gesagt habe ich mich schon damit abgefunden, Teilnehmern von Kursen nur noch auf meinen Text reduzierte Präsentationen mitzugeben bzw. diese auf visuelle Elemente zu beschränken, zu denen eine Creative Commons Lizenz vorliegt. Glücklich sind diese selten über diese „abgespeckten“ Versionen. Und habe ich nicht schon zuvor gegen Rechte verstoßen, als ich diese Screenshots über mein Laptop allen präsentiert hatte?

Vielleicht bin ich hier ja viel zu vorsichtig. Daher wäre ich wirklich neugierig, wie andere Dozenten und Coaches mit dieser Situation umgehen; vor allem aber auch, was die Rechtsexperten unter uns zu dieser Problemstellung sagen.

Über dominikruisinger

Ideen, Gedanken, Anmerkungen von Dominik Ruisinger – Journalist, Dozent, Coach, PR-Berater, Autor der Fachbücher 'Online Relations' und 'Public Relations' - heute nur noch aktiv auf https://www.dominikruisinger.com

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