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E-Mail-Newsletter und die Anonymität

Derzeit dreht sich bei mir im Kopf viel um das Thema Datenschutz, Datensicherheit, anonyme Nutzung von Daten – alles ein wirklich spannendes Thema, das uns in den nächsten Jahr(zehnt)en noch intensiv begleiten wird. Auch wenn sich diese Fragen derzeit fast ausschließlich auf die SoMe-Branche fokussieren, beziehe ich heute die Frage auf’s E-Mail-Marketing.

Analyse E-Mail-Newsletter-KampagneWer nämlich einen Newsletter in Ruhe auswertet, kommt auf durchaus spannende Erkenntnisse und Einblicke. Im Bild hier ist die Auswertung einer Newsletter-Kampagne zu finden. Sofort ist erkennbar, wie viel Prozent der Empfänger den Newsletter auch geöffnet wurden, wer und wie viele (und auch auf welche Themen) auf Links geklickt haben, welche E-Mails nicht ankamen, weil die E-Mail-Adresse nicht mehr existierte (Hard Bounces) oder das Postfach – wie beispielsweise gerne bei Web.de – voll war (Soft Bounces) usw.

Auswertung Klick- und Abbestell-Verhalten beim E-Mail-MarketingRichtig interessant wird diese Auswertung aber auf der nächsten Ebene: Denn wer jetzt auf einen Unterpunkt klickt, erhält eine genaue Übersicht der Personen (in Form ihrer Namen samt E-Mail-Adressen, Bild 2), die auf einen Link geklickt haben oder beispielsweise diesen Newsletter nicht mehr wollten und “abbestellen” angeklickt haben.

Aus dieser Sicht verstehe ich jetzt sofort, warum die Anmeldung bei einem Newsletter immer anonym möglich sein muss. Das heisst, einzig und allein darf bei der Anmeldung die E-Mail-Adresse verlangt werden. Dies ist rechtlich so geregelt. Also, liebe E-Mail-Newsletter-Versender, die ich regelmäßig teste: Weder Vor-, noch Nachname, noch Anrede, noch andere personenbezogene Daten dürfen auch bei euch als Pflichtangaben verlangt werden. Freiwillig lassen sie sich natürlich stets abfragen.

Wenn ich jetzt als Versender beispielsweise die anonyme Nutzung nicht beachten würde, erhielte ich zu dem “Abbestellen” auch noch das persönliche Profil mit allen angegebenen Daten sowie dem gesamten bisherigen Verhaltensprofil (Prozentsatz geöffneter Newsletter, Reaktionen etc.). Ob dies jedem Nutzer bewusst und angenehm ist? Wohl kaum. Und denken wir etwas weiter. Hier werden damit selbst Daten sichtbar, die beispielsweise der Newsletter-Empfänger zu einem späteren Zeitpunkt – z.B. im Rahmen einer Aktion – freiwillig und damit für den Versender rechtssauber hinzugefügt hat. Wie gesagt: Etwas Bauchgrimmen habe ich – und dies sage ich als Anhänger des professionellen E-Mail-Marketings – schon bei der gesamten Sache. Oder bin ich hypersensibel?

About dominikruisinger

Ideen, Gedanken, Anmerkungen von Dominik Ruisinger – Journalist, Dozent, Coach, PR-Berater, Autor der Fachbücher 'Online Relations' und 'Public Relations'

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