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Ideen, Gedanken, Anmerkungen von Dominik Ruisinger – Journalist, Dozent, Coach, PR-Berater, Autor der Fachbücher 'Online Relations' und 'Public Relations'
dominikruisinger hat geschrieben 224 Beiträge für GEDANKENSPIELE by Dominik Ruisinger

Gedankenspiele-Lesetipps vom 27-08-2014

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Über die Rolle von Titeln, Teasern und gekürzten Blogbeiträgen.

Welche Auswirkungen haben Titel und gekürzte Feeds auf das mobile Leseverhalten? Gravierende. Denn auch wenn es zwei getrennte Themen sind, beeinflussen sie doch das Leseverhalten von Usern kräftig. Beide auf ihre Weise – und dann auch kombiniert, wie ich in diesem Gedankenspiel anhand meines eigenen Leseverhaltens beschreibe.

In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass sich die Zahl derjenigen weiter erhöht hat, die Blog-Beiträge im RSS-Reader nicht mehr komplett anzeigen lassen. Bei vielen steckt wahrscheinlich der Gedanken dahinter, auf diese Weise mehr Leser auf ihre Webseite zu ziehen und vielleicht sogar den eigenen Content besser zu monetarisieren, worüber im Frühjahr u.a. bereits Kai Thrun und Martin Weigert berichtet hatten. Vielmehr lässt sich über Feedreader nur noch das Intro abrufen, was auf einem Smartphone-Display auf ca. 10 Zeilen hinausläuft. Schade, denke ich mir immer wieder. Wirklich. Denn dieses Spiel funktioniert glaube ich nicht überall. Im Gegenteil: Oft verlieren sie eher Leser – ob als Intensiv-Leser ihrer Beiträge oder gar als Abonnenten ihrer RSS-Feeds. Wie ich das genau meine?

Am Besten erkläre ich dies an meinen eigenen Lesegewohnheiten, um auf diesem Wege ein weiteres relevantes, redaktionelles Problem aufzuzeigen – Stichwort Leserattraktion und Leserbindung.

Stufe 1: Von Scannern und Skimmern
Ich selbst habe ca. 200 Feeds abonniert, die ich jeden Tag durchlese, sofern sie mit etwas Neues bieten. Doch lese ich diese? Laut des dänischen Usability-Gurus Jakob Nielsen sowie einer britischen Studie aus dem vergangenen Jahr sind Online-User weniger Leser als vielmehr Scanner oder gar Skimmer. Das heißt: Sie nehmen nur einen Teil der Inhalte wahr – es wird gerne von 10 bis 25 Prozent gesprochen; und dabei vor allem die Inhalte, die im Text hervorgehoben werden, wie Titel, Zwischenüberschriften, Lead-Texte, Bilder samt Unterschriften oder auch Aufzählungen.

Ich gestehe: Ich gehöre zu diesen Scannern und Skimmern. Nicht was mein allgemeines Lese- oder Online-Leseverhalten betrifft; nein, dieses nicht; aber auf jeden Fall bezogen auf mein Feed-Leseverhalten. Dies wird mit Sicherheit für viele so gelten. Das heißt, ich switche quasi durch meine täglichen Feeds, insbesondere dann, wenn ich auch mal ein paar Tage nachholen und nachlesen muss.

Mein Switchen erfolgt zu 99 Prozent per Smartphone. Ob über die hübsche feedly-App oder die von mir aufgrund ihrer Reduktion geschätzte Reeder-iPhone-App, die hoffentlich irgendwann Google+ in ihre Weiterleitungsfunktion integriert: Bei meinem Switchen fokussiere ich mich fast ausschließlich auf Titel und – wenn dieser zieht – auch noch die ersten Sätze, quasi den Lead-Text. Titel, nächster Titel, nächster Titel – so springe ich oft in Sekundenschnelle von Textbeitrag zu Textbeitrag, bis ich an einem Titel hängen bleibt, der mein aktuelles Interesse trifft.

Übersetzt heißt dies: Wer keine klaren Titel schreiben kann bzw. ich nicht sofort an Hand des Titels erkennen kann, um was es sich in diesem Beitrag handeln wird bzw. könnte, flippe ich schon weiter. Und das soll jetzt nicht böse klingen: Aber ich kann es kaum glauben, wie viele schlechte, belanglose, nichts aussagende und nicht zum Text hinführende Titel es gibt. Wollen die denn keine Leser haben? Zumindest verlieren sie mich als Leser. Ob wir mal ein Titel-Schreiben-Training machen sollten ;-)?

Stufe 2: Von Verkürzern und Verlierern
Erachte ich den Titel und den eventuell vorhandenen Teaser als interessant, würde ich gerne einen Blick in den Beitrag werfen. Also kurz weiterscrollen – und hey, wo ist der angepriesene Text? Nach dem vorerst gelösten Problem 1 sind wir schon bei Nummer 2 angelangt: Der von mir gesuchte Beitrag wurde gekürzt und wird anstatt als Full-Feed nur noch wenige Zeilen lang angezeigt. Wer ihn ganz lesen will, muss per Link auf die Website klicken. Diejenigen, die sich absolut für diesen Text interessieren, werden jetzt klicken. Aber die anderen “Switcher” wie mich?

Für mich ergeben sich in diesem Moment genau zwei Optionen: In seltenen Fällen und wenn er mich wirklich sehr interessiert, packe ich den Text per Pocket in die Später-Lesen-Rubrik; meist verliert der Beitrag in diesem Moment aber in meinem Kopf seine Relevanz und ich switche zum nächsten Beitrag. Von diesem Moment an hat der vorherige Beitrag mich also als möglichen Leser, Multiplikator und Weiterleiter verloren. Hinzu kommt ein zweites Problem: Hat schon mal jemand auf einen solchen Link geklickt, während er im Zug oder in der Berliner U-Bahn auf Internet-Zugang (vergeblich) hoffte, wartete? Und lesen nicht viele gerade ihre Feeds unterwegs, wenn die Internet-Verbindung nicht immer grandios ist, wie es in unserem Land nun einmal leider ist, wie auch die folgende Grafik verdeutlicht?

Infografik: Deutsches Internet hinkt der Weltspitze hinterher | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Stufe 3: Lesson learned?
Was lässt sich an diesem meinem Verhalten lernen?

  1. Wer keinen klar verständlichen und auf den Inhalt hinweisenden Titel schreibt, wird viele Scanner und Skimmer verlieren. Sie haben nicht mal die Chance, den Inhalt des Beitrages wahrzunehmen, da sie schon beim Titel verloren gehen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Titel als entscheidende Brücke und Türöffner wie bei einer Pressemitteilung oder einem Newsletter ist also notwendig.
  2. Wer mit einem gekürzten Blog-Post auf neue Website-Besucher hofft, wird RSS-Leser eher verlieren. Solange hier nicht die technischen Bedingungen erfüllt sind und überall eine gute Internet-Verbindung herrscht, wird das Warten auf den Text nach dem Klick für viele zu mühsam und zeitintensiv sein. Netzinfrastruktur-Minister Alexander Dobrindt sprach Anfang des Jahres davon, Deutschland in die digitale Championsleague zu bringen, Europa-League würde mir persönlich schon als ersten Erfolg ausreichen.
  3. Lässt sich dieses Beispiel auf alle übertragen? Natürlich nicht. Nur glaube ich, dass sich mein RSS-Feedreader-Leseverhalten nicht so wahnsinnig von anderen Online-Text-Ratten unterscheiden wird. Oder liege ich da völlig falsch?

How to become a Google Power user?

Auf diese hübsche Infografik bin ich über onlinemarketing.de gestoßen: “How to be a Google Power user”, fragt die Grafik. Und zählt zahlreiche Google-Suchoptionen, nützliche Satz- und Sonderzeichen sowie weitere Features und teils funny Tricks auf, von denen ich bislang auch nur einen kleinen Teil gekannt habe. “How to become a Google Power user” finde ich den passenderen Titel. Nur wird es eine ganze Zeit dauern, bis man diese alle getestet und v.a. verinnerlicht hat. Ob es was hilft?

 
Google Like a Pro - Via Who Is Hosting This: The Blog

Source: WhoIsHostingThis.com

Gedankenspiele-Lesetipps vom 15-08-2014

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Journalisten und die Sozialen Medien: Studien gesucht.

Wie gehen Journalisten mit Sozialen Medien um? Wie aktiv sind diese im Social Web? Welche Trends kann man hier erkennen? Und welche relevanten und empfehlenswerten Studien gibt es genau dazu? Fragen wie diese erhalte ich regelmäßig von Kunden, Projektpartnern, (Ex-) Studis und Teilnehmern meiner Seminare und Coachings. Also dachte ich mir, dass es sich lohnen könnte, wichtige und relevante Studien hier gemeinsam zusammenzutragen.

Mit gemeinsam meine ich: Da ich garantiert nicht alle kenne, sondern nur einen Bruchteil, wäre es klasse, wenn andere diese Liste ergänzen würden – mit ihren Vorschlägen in den Kommentaren. Schließlich geht diese Frage glaube ich ziemlich viele an.

Also welche relevanten und/oder aktuellen Studien gibt es zum konkreten Verhältnis Journalisten und Social Media? Und damit meine ich keine Studien zum Kommunikationsmanagement oder zur allgemeinen Zukunft des Journalismus …

Update (11.08.2014): Auch in der ACTA (siehe unten) sind Antworten auf Aspekte zu dem Verhältnis zu finden.

Diese Studien (alphabetisch geordnet) kenne und empfehle ich schon mal:

Gedankenspiele-Lesetipps vom 23-07-2014

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Gedankenspiele-Lesetipps vom 11-07-2014

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Gute Tabelle zum Content Marketing

Über einen Link von der Email Lounge bin ich gerade auf eine durchaus hilfreiche Tabelle zum Thema Content Marketing der Econsultancy-Community gestoßen. Econsultancy hatte diese bereits im April publiziert und darin einen meiner Meinung nach sehr guten und verständlichen Überblick über die wichtigsten Elemente einer Content-Marketing-Strategie aufgezeigt.

Gerade den erwähnten “7-step guide to success” halte ich in seiner Einfachheit durchaus nachvollziehbar und als Vorlage für den Einstieg ins Content Marketing sehr hilfreich. Gerade auch in Kombination mit der sinnvollen Aufteilung in acht Kernbereiche – von mir hier etwas komprimiert:

  • Strategy als Schlüssel zum Erfolg
  • Format, Content Type und Platform zur Wahl der richtigen Kanäle und Inhalte,
  • Goals und Metrics zur Erfolgsmessung der sauber formulierten Ziele,
  • Sharing Triggers zum Setzen emotionaler Begriffe (naja) sowie
  • begleitende Checklisten.

Dass sich angesichts der Boom-Branche “Content Marketing” – zumindest so lange man diese Sau durch’s Dorf treibt – diese Tabelle in den nächsten Monaten und Jahren weiterhin stark verändern wird, darauf weist bereits Econsultancy selbst hin.

The Periodic Table of Content Marketing, by Chris Lake.

The Periodic Table of Content Marketing

Orkut verschwindet? Danke!

Als ich vor zwei Tagen die News las, dass Google sein Netzwerk Orkut schließen würde – SEO-united.de hat dies etwas genauer beschrieben, da schoss mir persönlich vor allem ein Wort durch den Kopf: Endlich.

Verbunden mit dem Gedanken: Hoffentlich jetzt endgültig. Ich erinnere mich gut, dass bereits Anfang 2013 einige schrieben, dass Google langsam alles vorbereite, das in Brasilien und auch Indien einst sehr beliebte Netzwerk vom Netz zu nehmen.

In einem eigenen längeren Beitrag hatte ich damals nicht nur die Geschichte und den allmählichen Absturz in die Bedeutungslosigkeit von Orkut erzählt. In einem Selbstversuch hatte ich mich selbst über Googles einstigem Hoffnungsträger länger bewegt und einen etwas daten-schaurigen Umgang erlebt. “Bitte schließen”, hieß meine darauf folgende Forderung. Und zwar sofort.

Gut so: Orkut ab 30. September offline
Jetzt, 18 Monate später, soll es endlich wahr werden. “Orkut ist ab dem 30. September 2014 nicht mehr verfügbar“, heißt es direkt auf meinem Orkut-Profil, das ich nie angelegt habe. Endlich, sage ich daher wieder. Bis heute finde ich es schaurig, dass Orkut sämtliche Informationen aus anderen Google-Kanälen automatisch zieht. Aus Google+, meine ich: Das Profil- und das Header-Bild, ebenfalls meine E-Mail, Standort und Geburtstag, die meine Orkut-Freunde sehen können. Und dass ich im angemeldeten Google-Zustand auch bei Orkut automatisch angemeldet bin. Warum gibt es nicht einen klitzekleinen Hinweis darauf, lieber Freund Google?

Ich kann zwar nachvollziehen, dass Google alle User-Daten aus den verschiedenen Services zusammenführt. Aber ist den meisten auch wirklich bewusst, wie weit dieses Zusammenführen geht? Gerade in einer Zeit, in der das Misstrauen bezüglich der Verwendung eigener Daten hoch ist, lässt sich solch eine Handhabe nicht gerade als hilfreiche und vertrauensbildende Maßnahme bezeichnen.

Daher: Tschüss Orkut. Ich werde dich nicht vermissen. Ich bin sogar richtig glücklich über dein Verschwinden. Und dies war bei anderen einstigen Google-Services und Google-Übernahmen wie Piwik, Sparrow, iGoogle und Google Reader ganz anders, wie ich selbst beklagte. Aber das ist auch das einzig Positive zum Schluss.

Nachtrag 06. Juli: Dass Orkut jetzt diese Schließungsentscheidung an seine Account-Inhaber schickt, finde ich ja verständlich.  Aber dass auch alle diejenigen, die niemals einen Account aufgemacht haben und deren Account nur durch das Google+-Profil gefüllt wird, auch eine Mail bekommen, ist pures Spamming.

Orkut Mailing

Mail von Orkut zum Ende des Netzwerkes

Gedankenspiele-Lesetipps vom 24-06-2014

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